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Langjähriger Vorsitzender der niederländischen Bischofskonferenz wurde 88 Jahre alt

Utrechts Kardinal Adrianus Simonis ist tot

  • Der langjährige Erzbischof von Utrecht starb mit 88 Jahren.
  • Kardinal Simonis vertrat als Vorsitzender der niederländischen Bischofskonferenz eine konservative Haltung gegenüber dem liberalen Staat.
  • Adrianus Simonis war oft im Bistum Münster zu Gast, besonders bei der 1200-Jahrfeier der Gründung des Bistums durch den heiligen Liudger, der aus Utrecht stammte.

Der niederländische Kardinal und frühere Erzbischof von Utrecht, Adrianus Simonis, ist am Mittwoch im Alter von 88 Jahren gestorben. Das teilte das Erzbistum Utrecht mit. Simonis leitete das Erzbistum Utrecht von 1983 bis 2007 und war in dieser Zeit mehr als 20 Jahre Vorsitzender der Niederländischen Bischofskonferenz.

Wenige Tage nach seinem Niederlande-Besuch im Mai 1985 nahm ihn Papst Johannes Paul II. auch ins Kardinalskollegium auf. Nach vielen Liberalisierungen in den 1970er Jahren sollte Simonis die niederländische Kirche wieder auf einen romtreuen Kurs zurückführen.

Kritik im Missbrauchsskandal

Als Bischof und Vorsitzender der Bischofskonferenz ergriff er Partei gegen politische Entwicklungen wie die Legalisierung der aktiven Sterbehilfe, gegen Liberalisierungen beim Schwangerschaftsabbruch, gegen die Zulassung standesamtlicher Eheschließungen für gleichgeschlechtliche Paare sowie gegen den Abbau von Rechten von Asylbewerbern.

Im Missbrauchsskandal geriet auch Simonis in die Kritik, unter anderem weil er einen einschlägig verurteilten Priester nach positiven psychologischen Gutachten erneut in der Seelsorge eingesetzt hatte. Als der Mann rückfällig wurde, räumte Simonis ein, er sei zu vertrauensselig gewesen. Später wurde ihm Meineid und Vertuschung vorgeworfen; die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wurden jedoch eingestellt.

Simonis war des öfteren Gast im Bistum Münster, so 2010 bei der Verabschiedung von Weihbischof Heinrich Janssen in den Ruhestand, zum Abschluss der Pilgersaison in Kevelaer 2005 und beim Bistumsjubiläum im selben Jahr, das an die Gründung der Diözese Münster vor 1200 Jahren erinnerte. Ihr Gründer, der heilige Liudger, wurde 742 im holländischen utrecht-Zuilen geboren.

Papst Franziskus: Treuer Zeuge des Evangeliums

Papst Franziskus würdigte Simonis als „treuen Zeugen des Evangeliums“ und seinen „hingebungsvollen Hirtendienst für die Kirche in Rotterdam und Utrecht“. Simonis' Nachfolger, Kardinal Willem Jacobus Eijk, sagte, die Kirche verliere einen Menschen „mit einem großen pastoralen Herzen“.

Nach Simonis' Tod zählt das Kardinalskollegium noch 220 Mitglieder. Davon sind derzeit noch 122 unter 80 Jahre alt und damit in einer möglichen Papstwahl stimmberechtigt.

Simonis war das älteste von elf Kindern einer Zahnarzt-Familie und wuchs in Lisse im Zentrum der niederländischen Blumenzwiebel-Industrie auf. An der päpstlichen Universität schloss er 1966 ein siebenjähriges Studium der Bibelwissenschaften mit einer Dissertation über das Johannes-Evangelium ab. 1970 ernannte ihn Papst Paul VI. zum Bischof von Rotterdam.

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