Nach Anregung von Papst Franziskus zu „Und führe uns nicht in Versuchung“

Vaterunser bleibt, wie es ist - jedenfalls in Deutschland

Das Vaterunser wird in Deutschland bleiben, wie es ist. Das hat der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz beschlossen, in der alle Diözesanbischöfe zusammenkommen. Papst Franziskus hatte in einem Interview angeregt, über die Übersetzung der Bitte „und führe uns nicht in Versuchung“ und eine mögliche Missverständlichkeit nachzudenken. Eine Diskussion um die Vaterunser-Bitte ist daraufhin in den vergangenen Wochen breit in der Öffentlichkeit geführt worden.

Die Bischöfe hätten ausführlich über diese Frage gesprochen, heißt es in einer Pressemitteilung der Bischofskonferenz. Auch mit Blick auf die „konfessions- und länderübergreifende Einheitlichkeit“ soll die bestehende Übersetzung beibehalten werden. Dem Anliegen von Papst Franziskus entsprechend solle jedoch verstärkt in Gesprächen, Diskussionen und Textbeiträgen über die Bedeutung und den theologischen Hintergrund dieser Vaterunser-Bitte informiert werden.

Italiens Bischöfe ändern das Vaterunser

Italiens Katholiken hingegen werden in ihren Gottesdiensten das Vaterunser bald in etwas veränderter Form beten. Ab Herbst soll es heißen: „Und verlasse mich nicht angesichts der Versuchung“ anstatt wie bisher „und führe uns nicht in Versuchung“. Das erklärte der Generalsekretär der Italienischen Bischofskonferenz, Nunzio Galantino, zum Abschluss einer Versammlung der Bischöfe des Landes am Donnerstag in Rom.

Er betonte, dies geschehe nicht aufgrund der Äußerungen von Papst Franziskus. Galantino sagte, vielmehr hätten die italienischen Bischöfe diese Übersetzung bereits für ihre Bibelübersetzung des Jahres 2008 beschlossen. Und diese solle nun in die dritte Ausgabe des Römischen Messbuchs für Italien einfließen.