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Dokument zweier Vatikanbehörden mahnt Bewusstseinswandel an

Vatikan fordert anderen Umgang mit älteren Menschen

  • Als eine Lehre aus Corona fordert der Vatikan eine neue Wertschätzung älterer Menschen.
  • Ein Dokument „Das Alter - unsere Zukunft“ wurde vorgelegt.
  • Die Autoren nennen ein verändertes Bewusstsein als Voraussetzung für einen Wandel.
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Als eine Lehre aus der Covid-Pandemie fordert der Vatikan eine neue Wertschätzung älterer Menschen. In einem Dokument mit dem Titel „Das Alter - unsere Zukunft“ nennen die Autoren neben neuen Modellen der Altenpflege ein verändertes Bewusstsein als Voraussetzung. Erarbeitet wurde das Papier von der Päpstlichen Akademie für das Leben und der Vatikanbehörde für ganzheitliche Entwicklung.

Die unverhältnismäßig hohe Zahl an Covid-Toten in Senioren- und Pflegeheimen weltweit ist demzufolge ein Warnsignal, dass im gesellschaftlichen Umgang mit alten Menschen etwas nicht stimme. Den demografischen Wandel nennt das Dokument „eine kulturelle, anthropologische und ökonomische Herausforderung“. Senioren, die nicht mehr arbeiten, seien keineswegs nur Last oder Kostenfaktor, sondern vielmehr Geschenk und Bereicherung.

Hilfe auch für die, die helfen: Jüngere, Freunde, Nachbarn

Um diese zu nutzen, brauche es „viel mehr Offenheit und Gegenseitigkeit zwischen jungen und alten Menschen“, so Bruno-Marie Duffe von der Behörde für Entwicklung. Da die traditionelle Großfamilie meist verschwunden, Arbeitsverhältnisse drastisch verändert und damit Mobilität gestiegen sei, brauche es kreative Modelle, alte Menschen zu unterstützen.

Es brauche einen möglichst kontinuierlichen Übergang von der eigenen Wohnung bis gegebenenfalls zur stationären Langzeitpflege. Neue Formen professioneller wie ehrenamtlicher Nachbarschaftshilfe könnten ebenso helfen wie Technologien von Telemedizin bis künstlicher Intelligenz. Unterstützung, wo nötig, bräuchten nicht nur die Alten, sondern auch die Jungen, die sich kümmern. Zu diesen gehörten nicht nur Verwandte, sondern zunehmend Freunde und Nachbarn.

Stärkung der Pflegeberufe

Eine Stärkung sämtlicher Pflegeberufe fordern die Vatikanbehörden ebenso. Gleichzeitig warnen sie vor gesellschaftlichen Tendenzen, alte Menschen „zu entsorgen“. „Gebrechlichen das Lebensrecht zu nehmen, heißt, allen - vor allem den Jungen - Hoffnung auf die Zukunft zu nehmen“, heißt es im Dokument.

Wichtiger als rechtliche, organisatorische und technische Veränderungen seien „ein tiefgreifender Sinneswandel und eine Änderung der Einstellung gegenüber der Vorstellung gebrechlicher alter Menschen“, so der Präsident der Akademie für das Leben, Erzbischof Vincenzo Paglia. Statistiken, nach denen in Familien weniger alte Menschen an Covid starben als in Heimen, seien Indiz dafür, dass „Liebe und Leidenschaft mit das wirksamste Vakzin“ seien.

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