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Aachener Bischof Dieser: Einwände aus Rom dürften Diskussionen nicht beenden

Vatikan-Nein zu Homosexuellensegnung sorgt weiter für Kritik

  • Einwände aus Rom dürften Diskussionen nicht beenden, sagte der Aachener Bischof Helmut Dieser am Freitagabend bei einer Online-Veranstaltung.
  • Dieser, der auch am Reformdialog Synodaler Weg der katholischen Kirche in Deutschland teilnimmt, sprach sich erneut für eine Öffnung der katholischen Sexuallehre aus.
  • In einer am Freitag veröffentlichten Stellungnahme übte auch ein Zusammenschluss von rund 240 überwiegend aus dem deutschsprachigen Raum kommenden Dogmatikern und Fundamentaltheologen Kritik an der Glaubenskongregation.
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Das Nein aus dem Vatikan zur Segnung homosexueller Paare ruft im deutschsprachigen Raum weiter deutliche Kritik hervor. Einwände aus Rom dürften Diskussionen nicht beenden, sagte der Aachener Bischof Helmut Dieser am Freitagabend bei einer Online-Veranstaltung. "Das ist naiv und zerstörerisch und richtet unglaublichen Schaden an." Dieser sprach sich dafür aus, mit dem Papst und der Glaubenskongregation in den Dialog zu gehen, "um diesen Impuls zu setzen, dass wir weiterkommen müssen".

Am Montag hatte die Glaubenskongregation im Vatikan erklärt, die katholische Kirche habe keine Vollmacht, gleichgeschlechtliche Beziehungen zu segnen. Diese Verbindungen entsprächen nicht dem göttlichen Willen und könnten daher nicht gesegnet werden. Auf das Papier hatten deutsche Bischöfen mit Zustimmung und Kritik reagiert. Katholische Laien in mehreren Bistümern wandten sich dagegen.

Dieser: Sexuallehre der Kirche weiter entwickeln

Dieser, der auch am Reformdialog Synodaler Weg der katholischen Kirche in Deutschland teilnimmt, sprach sich erneut für eine Öffnung der katholischen Sexuallehre aus. "Wir wollen mit unserem Forum einen Impuls geben, die Sexuallehre der Kirche weiterzuentwickeln", sagte er.

Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck forderte "eine ernsthafte und zutiefst wertschätzende Neubewertung der Homosexualität". Die bloße Wiederholung der lehramtlichen "Wertung von Homosexualität auf naturrechtlicher Basis" werde in der Gegenwart nicht mehr verstanden und auch nicht mehr akzeptiert, schrieb Overbeck in einem Brief an alle Pfarreien im Bistum Essen. "Menschen mit einer homosexuellen Orientierung fühlen sich gekränkt und verletzt."

Der Ruhrbischof berichtete über "zahlreiche Rückmeldungen" nach der Äußerung des Vatikan. Gerade in den Zuschriften vieler Seelsorgerinnen und Seelsorger komme "eine offene Ablehnung der lehramtlichen Position zum Ausdruck, die nicht mehr ignoriert werden darf". Bei aller Wertschätzung von Schriftzeugnis, Lehramt und Tradition müsse es um eine "Übersetzung der Zeichen der Zeit" gehen.

240 Theologen kritisieren Glaubenskongregation

In einer am Freitag veröffentlichten Stellungnahme übte auch ein Zusammenschluss von rund 240 überwiegend aus dem deutschsprachigen Raum kommenden Dogmatikern und Fundamentaltheologen Kritik an der Glaubenskongregation. Wer versuche "offene Fragen und Prozesse machtförmig abzuschließen", beschädige unter anderem die Autorität des kirchlichen Lehramtes und "die Zeichen der Zeit aufnehmende synodale Beratungsprozesse". Offene Fragen müssten offen bearbeitet werden. Der christliche Glaube müsse "intellektuell und existenziell plausibilisierbar" sein. Dabei dürfe "das argumentative Niveau der Gegenwart nicht unterschritten werden".

Komplexe Wirklichkeiten verlangten Antworten auf dem entsprechenden Herausforderungsniveau, schrieb die von dem Salzburger Gregor Maria Hoff und der Erfurterin Julia Knop geleitete Arbeitsgemeinschaft Katholische Dogmatik und Fundamentaltheologie weiter. "Sie rechtfertigen keine undifferenzierte Ablehnung jeglicher Paarsegnungen jenseits der heterosexuellen Ehe mehr."

Vielmehr würden sie die Frage aufwerfen, "in welchen Punkten überkommene kirchliche Lehre und Praxis selbst einer Weiterentwicklung und gegebenenfalls Korrektur bedürfen". Überdies sei "als theologische Herausforderung wahrzunehmen, dass in offenen demokratischen Gesellschaften weltweit staatliche Formen der Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften gesucht und gefunden wurden".

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