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Persönlicher Brief des Leiters der Gottesdienstkongregation aufgetaucht

Vatikan-Präfekt zur Alten Messe: Papst will alle Zugeständnisse abschaffen

  • Auf verschiedenen Internetseiten ist ein vertraulicher Brief des Vatikans mit Erläuterungen zum Papst-Erlass zur Alten Messe aufgetaucht.
  • Der Präfekt der Gottesdienstkongregation, Erzbischof Arthur Roche, schreibt, der Papst wolle alle Zugeständnisse für die Feier der Alten Messe abschaffen.
  • Roche betont, seine Ausführungen seien "persönlicher Natur".
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Auf verschiedenen Internetseiten ist ein vertraulicher Brief des Vatikans mit Erläuterungen zum Papst-Erlass "Traditionis custodes" aufgetaucht. Das dreiseitige Schreiben vom 4. August ist an den Vorsitzenden der Bischofskonferenz von England und Wales, Kardinal Vincent Nichols, gerichtet. Der Präfekt der Gottesdienstkongregation, der englische Erzbischof Arthur Roche, beantwortet darin mehrere Fragen.

Roche betont, Papst Franziskus wolle mit "Traditionis custodes" alle bisherigen Ausnahmen und Zugeständnisse für die Feier der sogenannten Alten Messe abschaffen. Für eine "sehr begrenzte Zeit" könne man bis zur vollen Umsetzung "pastorale Besonnenheit" walten lassen. Dabei seien aber sorgfältige Beobachtung und Begleitung notwendig.

 

Ziel sei die Stabilisierung der Liturgie des Zweiten Vatikanums

 

"Alles, was im neuen Gesetz steht, zielt darauf ab, zur vom Zweiten Vatikanum vorgesehenen Liturgie zurückzukehren und sie zu stabilisieren", so Roche. Die Ausnahmeregelungen hätten zu "beträchtlichen Fehlinterpretationen" geführt, denen man Einhalt gebieten müsse. Der Erzbischof weist in dem Brief ausdrücklich darauf hin, seine Ausführungen seien "persönlicher Natur".

Mit dem Erlass "Traditionis custodes" hatte Franziskus Mitte Juli die "ordentliche Form" der Messe als "einzige Ausdrucksweise" des Römischen Messritus festgelegt. Die 2007 von Benedikt XVI. in größerem Umfang erlaubte außerordentliche Form von 1962 darf künftig nur noch mit ausdrücklicher Erlaubnis des Ortsbischofs gefeiert werden.

 

Was das Anliegen des Papstes war

 

Die neuen Vorgaben sollen nach Worten des Papstes einer kirchenpolitischen Instrumentalisierung der Alten Messe für eine Spaltung der Kirche begegnen. Verteidiger der traditionellen Liturgie beklagen neben dem Inhalt des Dokuments auch den strengen Ton von Franziskus.

Derweil verteidigte Kardinal Blase Cupich von Chicago die Regelverschärfung. Es gehe dem Papst um eine "Rückkehr zu einer einheitlichen Form der Zelebration", schrieb er in einem Beitrag für die US-Website "Pray Tell". Es gehe darum, die alte Art und Weise der Sakramentenfeier hinter sich zu lassen und die neue Form zu wählen.

Es könne nicht zwei Formen geben. "Traditionis custodes" diene daher der Einheit der Kirche. "Die Erlaubnis, die frühere Form der Liturgie zu benutzen, sollte die Spaltung mit der Piusbruderschaft heilen; aber leider wurde das nicht erreicht", so der Kardinal.

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