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Frühere Bischöfe von Danzig und Kalisz sollen zu wenig gegen Missbrauch getan haben

Vatikan verhängt Disziplinarstrafen gegen polnische Bischöfe

  • Wegen Versäumnissen beim Umgang mit Missbrauchsfällen hat der Vatikan Disziplinarstrafen gegen zwei ehemalige polnische Bischöfe verhängt.
  • Beiden wurde die Teilnahme an öffentlichen Gottesdiensten und Zusammenkünften mit Laien in ihren früheren Diözesen untersagt.
  • Zudem müssen beide Geistliche außerhalb ihrer Bistümer wohnen und jeweils eine „angemessene Summe“ für Missbrauchsprävention zahlen.
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Wegen Versäumnissen beim Umgang mit Missbrauchsfällen hat der Vatikan Disziplinarstrafen gegen zwei polnische Bischöfe verhängt. Dem früheren Danziger Erzbischof Slawoj Leszek Glodz (75) und dem 2020 von Papst Franziskus suspendierten und später zurückgetretenen Bischof von Kalisz, Edward Janiak (68), wurde die Teilnahme an öffentlichen Gottesdiensten und Zusammenkünften mit Laien in ihren früheren Diözesen untersagt.

Zudem müssen beide Geistliche außerhalb ihrer Bistümer wohnen und jeweils eine „angemessene Summe“ an die St.-Josef-Stiftung zahlen. Die von Polens Bischofskonferenz gegründete Stiftung fördert Präventionsmaßnahmen gegen sexuelle Gewalt und hilft Missbrauchsopfern.

Keine Angaben zu konkreten Fehlern

Die vatikanische Botschaft in Warschau machte keine Angaben zu konkreten Fehlern der Bischöfe. Sie nannte auch nicht die Beträge, die sie der Stiftung zahlen müssen. Die Strafen seien jeweils Ergebnis einer Untersuchung mutmaßlicher Versäumnisse der Bischöfe in Fällen des Missbrauchs von Minderjährigen durch Geistliche und in anderen Fragen der Verwaltung ihrer Bistümer, erklärte die Botschaft.

Die linke polnische Abgeordnete Joanna Scheuring-Wielgus nannte die Vatikan-Entscheidung auf Twitter „bahnbrechend“. Der Theologe und Publizist Tomasz Terlikowski sprach von einem „wichtigen Signal“ und einer „symbolischen, aber wesentlichen Anerkennung der Verantwortung beider Bischöfe für Versäumnisse und die Deckung von Sexualverbrechen“.

Was Glodz vorgeworfen wird

Dennoch handele es sich um einen „unvollständigen Schritt“. Er kritisierte, dass die Botschaft nicht bekanntgegeben habe, wofür genau Glodz und Janiak bestraft wurden. Es sei zudem fraglich, ob „kleine, administrative Unannehmlichkeiten“ als Strafe genügten.

Glodz war von 2008 bis zu seinem 75. Geburtstag 2020 Erzbischof in Danzig. Im Herbst hatte der Vatikan den Warschauer Kardinal Kazimierz Nycz beauftragt, zu untersuchen, ob Glodz Maßnahmen gegen sexuellen Kindesmissbrauch vernachlässigt habe. Bereits im Oktober 2019 hatten sich 16 Priester des Erzbistums in einem Schreiben an den päpstlichen Botschafter in Warschau unter anderem darüber beschwert, der damalige Ortsbischof habe Anzeigen wegen sexueller Belästigungen gegen Priester vertuscht.

Er wies Anschuldigungen zurück

Glodz wies die Anschuldigungen zurück. Er habe sich an die Vorschriften gehalten und bei entsprechenden Verfahren gegen Kleriker „keine Langsamkeit“ an den Tag gelegt. Laut Medienberichten hatten sich Priester und Laien viele Jahre lang erfolglos über eine „Untätigkeit“ von Glodz beschwert.

Janiak war von Franziskus im Juni 2020 beurlaubt worden. Im Oktober nahm der Papst den vollständigen Rücktritt von Janiak als Bischof von Kalisz an.

Was Janiak getan hat

Der Dokumentarfilm „Das Versteckspiel“ brachte den Fall ins Rollen. Die Mutter und der Vater eines Jungen, der von einem Geistlichen sexuell missbraucht wurde, hatten ihr Gespräch mit Janiak aufgezeichnet. In der Doku ist zu hören, wie der Bischof damals den Priester gegen die Missbrauchsvorwürfe in Schutz nahm und die Eltern abwimmelte.

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