Patriarch Moraglia öffnet Kirchen-Gebäude als Notunterkünfte

Venedig: Rekord-Hochwasser flutet Markusdom

Ein Rekord-Hochwasser hat weite Teile von Venedig überflutet und laut italienischen Medien mindestens ein Menschenleben gefordert. Die Schäden an historischen Gebäuden wie der Basilika San Marco sind noch nicht abzusehen. Das italienische Kulturministerium in Rom richtete am Mittwoch einen Krisenstab ein. Der katholische Patriarch der Lagunenstadt, Francesco Moraglia, ließ kirchliche Einrichtungen als Notunterkünfte für Obdachlose und betroffene Familien öffnen.

Flutbedingungen und ein starker auflandiger Wind mit Geschwindigkeiten um 100 Stundenkilometer ließen den Pegel in Venedig am späten Dienstagabend auf 187 Zentimeter über Normal steigen. In Teilen der Stadt fiel der Strom aus. Auf der Insel Pellestrina erlitt ein 78-Jähriger infolge eines Kurzschlusses einen tödlichen Schlag. Über 80 Prozent der Fläche Venedigs stehen unter Wasser.

„Apokalyptische Zerstörung“

Der Präsident der Region Venetien, Luca Zaia, sprach laut Medien von einer „apokalyptischen Zerstörung“. Weiter teilte er mit, Ministerpräsident Giuseppe Conte habe nach einem Telefonat sein Kommen für den gleichen Tag angekündigt und werde über Nacht in Vendig bleiben. Bürgermeister Luigi Brugnaro schrieb auf Facebook, seine Stadt sei „auf den Knien“.

Ein erst vergangenes Jahr installiertes Schutzsystem im Markusdom konnte die Fluten nicht abhalten. Das Wasser sei in die Basilika eingedrungen und in die Krypta geflossen, sagte der zuständige Ingenieur Pierpaolo Campostrini italienischen Medien. Zwar habe man bewegliche Kunstgegenstände in Sicherheit bringen können; das Wasser hätte aber statische Probleme an den Stützpfeilern des Gotteshauses verursachen können. Campostrini zufolge war die Situation „um Haaresbreite von einer Katastrophe entfernt“.