„Auch für Senioren, Menschen ohne deutsche Sprachkenntnisse oder mit Behinderung“

Verbände: Corona-Warn-App muss barrierefrei nutzbar sein

Die Corona-Warn-App ist online. Sie soll helfen, Covid-19-Infektionsketten schneller zu erkennen und effektiv zu unterbrechen. Mehrere Bundesminister stellten die App gemeinsam mit dem Robert Koch-Institut vor. Aus Sicht kirchlicher Verbände wie der Diakonie ist es ein Gebot der Solidarität, die App auch zu nutzen.

„Die App wird dazu beitragen können, in größtmöglicher Normalität mit dem Virus zu leben. Wenn genug Menschen mitmachen, kann sie zusammen mit einer Ausweitung der Tests wirkungsvoll helfen, eine zweite Infektionswelle und einen neuerlichen Lockdown mit tiefen Eingriffen in die Freiheitsrechte zu verhindern“, sagte Ulrich Lilie, Präsident des evangelischen Diakonischen Werks. Wichtig sei, dass auch Menschen mit Behinderungen, ältere Menschen oder Menschen ohne deutsche Sprachkenntnisse die App möglichst barrierefrei nutzen könnten.

Caritas für begleitendes Gesetz

Der Deutsche Caritasverband begrüßte die Warn-App, sieht aber Verbesserungsbedarf. Der Verband forderte gesetzliche Regelungen. „Parallel zur technischen Weiterentwicklung der App sollte unverzüglich das Gesetzgebungsverfahren eingeleitet werden“, sagte Caritas-Präsident Peter Neher. Der Verband kritisierte, ohne entsprechende Bestimmungen blieben etwa arbeitsrechtliche Fragen und solche zur Nutzung durch Jugendliche unbeantwortet.

Die Corona-Warn-App nutzt die Bluetooth-Low-Energy-Technik, um den Abstand und die Begegnungsdauer zwischen App-Nutzern zu messen. Die Mobilgeräte „merken“ sich dabei Begegnungen und tauschen untereinander Zufallscodes aus. Werden App-Nutzer positiv auf das Coronavirus getestet, können sie freiwillig andere Nutzer darüber informieren. Wenn die App installiert ist, prüft sie, ob der Nutzer Corona-positiv getestete Personen getroffen hat und warnt sie.