Dritter Platz bei der Wahl im Bistum Münster

Verein Weitblick in Münster erhält Ehrenamtspreis

Zwei Studenten schauen sich auf einem Laptop Bilder aus dem Benin an.
Mit großem Einsatz dabei: Studenten des Benin-Projektes von Weitblick informieren sich über die Situation der Mesnchen in dem westafrikanischen Land.Video: Michael Bönte
Studentinnen und Studenten aus Münster bei der Eröffnung neuer Schulgebäude im Benin

Was für Zahlen! 1000 Mitglieder hat der Verein Weitblick in Münster, seit der Gründung im Jahr 2008 fast eine Million Euro an Spenden gesammelt und bereits 14 Schulgebäude für mehr als 3000 Schüler im Benin gebaut. Hinzu kommen Projekte in Kambodscha, Kenia, Honduras und Indonesien. Dem ehrenamtlichen Einsatz der zum größten Teil aktuellen und ehemaligen Studenten aus Münster sei Dank!

Die Idee der Hilfe ist einfach, hat aber große Wirkung: An vielen Schulen in dem westafrikanischen Staat fehlt es an Gebäuden, die den Schülern Schutz vor der Sonne und vor dem in der Regenzeit heftigen Niederschlägen bieten. Der Verein finanziert den Bau einfacher Häuser mit Klassen- und Lehrerzimmern. Und damit ist das Ziel schon erreicht: Der Unterricht kann ganzjährig stattfinden, die Bildungsstrukturen sind gestärkt.

Spendenläufe, Glühweinstände und Sponsoren

Das ist ein zentrales Anliegen. „Wir wollen Voraussetzungen schaffen, die später wenig abhängig von weiteren Hilfen machen“, sagt Benedict Langenberg. „Deshalb schaffen wir kein neues Schulsystem, sondern unterstützen existierende Bildungsmöglichkeiten.“ Um das zu können, lässt sich der Verein einiges einfallen: Spendenläufe, Glühweinstände auf dem münsterschen Weihnachtsmarkt und eine kreative Sponsorensuche gehören dazu. So gibt es etwa ein „Bildungsbier“, bei der eine Brauerei für jede verkaufte Flasche ein paar Cent für den Verein Weitblick spendet.

Im Benin selbst überlässt der Verein die Organisation der einheimischen Bevölkerung. „Wir Studenten aus Münster könnten das vor Ort gar nicht leisten“, erklärt Hanna Koerner. „Deshalb arbeiten wir mit dem Education Service International (ESI), einer Non-Profit-Organisation, zusammen.“ Die Mitarbeiter dort hätten dabei auch die sozialen Veränderungen des Landes im Blick. „Durch die Neubauten sollen keine gesellschaftlichen Ungerechtigkeiten entstehen.“ Körner und Langenberg gehören zu der Gruppe, die sich derzeit aktiv in den Projekten engagiert. Neben dem Einsatz für die Finanzierung der Baustellen und der ESI-Mitarbeiter reisen Studenten dafür jedes Jahr in den Benin. „Nicht zur Kontrolle“, sagt die 23-Jährige. „Sondern zur Begegnung und zur gegenseitigen Verständigung.“ Denn die sei ein wichtiger Bestandteil des Engagements: „Wir wollen Menschen hier und in Afrika für globale Zusammenhänge sensibilisieren.“

Mit wenig Einsatz viel erreicht

Körner erlebt, wie sie mit ihrer Begeisterung viele Menschen aus ihrem Umfeld anstecken kann. „Das Thema der Entwicklungszusammenarbeit gewinnt derzeit immer mehr an Bedeutung.“ Langenberg sagt, dass er durch die Projektarbeit viele Dinge selbst neu bewerten könne. Er sei bei seinem diesjährigen Besuch im Benin beeindruckt gewesen, mit „wie wenig Einsatz so viel für die Menschen dort erreicht werden kann“.

Der Ehrenamtspreis
2017 hat das Bistum Münster gemeinsam mit dem Diözesankomitee der Katholiken zum ersten Mal den bistumsweiten Ehrenamtspreis verliehen.
Der Preis folgte auf den „Dialogpreis für gute Taten“, der in den Jahren zuvor vom Diözesankomitee und der Redaktion von „Kirche+Leben“ ausgelobt wurde. Mit dem neuen Preis besteht seitdem die Möglichkeit, dass auch Projekte teilnehmen können, über die zuvor noch nicht in der Kir-chenzeitung berichtet wurde.
Insgesamt wurden in diesem Jahr 93 Bewerbungen eingereicht, aus denen eine Jury die Gewinner auslobte. Die Jury bestand aus Generalvikar Klaus Winterkamp, der stellvertretenden Vorsitzenden des Diözesankomitees der Katholiken, Beatrix Bottermann, Susanne Deusch, geistliche Leiterin des Bundes der deutschen katholischen Jugend und Christof Haverkamp, Chefredakteur von „Kirche+Leben“.
Mit dem Preis wollen die Initiatoren das ehrenamtliche Engagement im Bistum würdigen. Dabei sind Angebote aus allen Bereichen freiwilligen Einsatzes willkommen. Auch Initiativen aus dem nicht katholischen Bereich können sich bewerben. Alle Menschen, „die anpacken, wo sie Not erleben“ und „praktisch helfen, wo andere Unterstützung brauchen“, sind zum Mitmachen eingeladen, heißt es in der Ausschreibung.
Dotiert ist der Ehrenamtspreis mit Preisgeldern von 5000 Euro (1. Platz), 3000 Euro (2. Platz) und 2000 Euro (3. Platz).