Südkoreas Staatspräsident Moon kontaktiert Franziskus

Vermittelt der Papst bald zwischen Nord- und Südkorea?

Südkoreas Staatspräsident Moon Jae In hat Papst Franziskus angeblich um Hilfe im Konflikt mit Nordkorea gebeten. Wie das vatikanische Presseamt bestätigte, übergab Erzbischof Kim Hee-jong als Gesandter Moons dem Papst bereits am Dienstag ein Schreiben. Zu dessen Inhalt machte der Vatikan keine Angaben. Laut koreanischen Medien soll der Brief die Bitte des neugewählten Präsidenten Moon um Gebet und Unterstützung für Friedensbemühungen enthalten.

Ein Sprecher Moons dementierte indessen, dass man eine Vermittlung des Papstes für einen Gipfel der politischen Führungen Nord- und Südkoreas suche. Die Zeit dafür sei noch nicht reif, zitiert die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap das Präsidialamt in Seoul.

Moon sucht Dialog

Nordkorea hatte zuletzt am Sonntag einen Raketentest durchgeführt, der nach Angaben Pjöngjangs erfolgreich verlief. Machthaber Kim Jong Un ordnete laut staatlichen Medien die Serienproduktion an. Südkoreas Präsident Moon hatte wiederholt erklärt, Nordkorea von seinen Bewaffnungsplänen mit allen möglichen Mitteln abbringen zu wollen, auch auf dem Weg des Dialogs.

Der italienische katholische Pressedienst ACI Stampa veröffentlichte ein Interview mit Erzbischof Kim, in dem dieser sagte, er solle im Namen von Moon den Papst um eine „Mediation“ zwischen Nord- und Südkorea bitten. Vorbild sei die vatikanische Vermittlung zwischen Kuba und den USA, die Ende 2014 zur Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen den beiden Staaten führte.

Erzbischof Kim trifft Papst

Der Agentur Yonhap zufolge soll die Delegation unter Leitung von Erzbischof Kim an diesem Freitag erneut persönlich mit Papst Franziskus zusammentreffen. Unterdessen reiste nach Agenturangaben am Donnerstag der südkoreanische Außenminister Lim Sung-nam nach Washington, um ein Treffen Moons mit US-Präsident Donald Trump im Juni vorzubereiten.