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Bischof Felix Genn würdigt "Freude an den Menschen und Freude an Gott"

Verstorbener früherer Dompropst Josef Alfers in Münster beigesetzt

  • Der am Sonntag verstorbene frühere Dompropst Josef Alfers ist am Nachmittag in Münster beigesetzt worden.
  • Bischof Felix Genn würdigte Alfers als Menschen mit Freude an Gott und den Menschen.
  • Rund 300 Gläubige nahmen gemeinsam mit dem Domkapitel in Münster Abschied.
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Rund 300 Gläubige, Familienangehörige und das Münsteraner Domkapitel haben am Nachmittag im Paulusdom Abschied von Josef Alfers genommen. Der langjährige Dompropst war am vergangenen Sonntag im Alter von 81 Jahren gestorben. Coronabedingt war die Teilnehmerzahl begrenzt; der Gottesdienst wurde zudem auch online übertragen. Im Anschluss an das Requiem wurde Alfers auf dem Domherrenfriedhof im Schatten der Kathedrale beigesetzt.

„Die Freude am Umgang mit Menschen, die Freude am Leben mit Gott und die Überzeugung, dass der Glaube mit dem Leben zu tun haben muss“: Diese Eigenschaften hätten Alfers Dienst geprägt. So würdigte Bischof Felix Genn den Verstorbenen.

Bauernhof, Ecken und Kanten

Beisetzung auf dem DomherrenfriedhofIm Schatten von Münsters Kathedrale setzte Bischof Felix Genn den verstorbenen früheren Dompropst Josef Alfers auf dem Domherrenfriedhof bei - gemeinsam mit dessen Nachfolger Kurt Schulte (links). | Foto: Achim Pohl (pbm)

In seiner Predigt ging Genn auch auf die „Ecken und Kanten“ des Verstorbenen ein. So habe dieser oft „Bemerkungen voll Ironie“ gemacht. Der Bischof erinnerte daran, dass Josef Alfers als junger Mann ursprünglich den elterlichen Bauernhof habe weiterführen wollen, dann aber seiner Berufung zum Priester gefolgt sei.

In den biblischen Texten des Gottesdienstes leuchte etwas auf, „das zu jeder Berufung gehört", sagte der Bischof, „nämlich dass wir nicht für uns selber leben, ja, dass keiner, der sich als Getaufter weiß, für sich selber lebt, und deshalb auch nicht für sich selber stirbt, sondern ob lebend oder sterbend dem Herrn gehört.“

Genn: Leben gibt es nur als Hingabe

Diese Hingabe habe Jesus mit dem landwirtschaftlichen Bild des Weizenkorns bezeichnet, das nur durch seinen Tod Fruchtbarkeit entwickeln könne. Josef Alfers habe seine letzten Monate gestaltet im Bewusstsein, „dass eben unser Leben auf diese Hinfälligkeit zuläuft, aber getragen ist von einer tiefen Hoffnung.“

Mit Blick auf den Krieg Russlands in der Ukraine sagte Genn: „Leben, wirkliches, volles und sattes Leben gibt es nur in gelebter Hingabe. Leben wird zerstört, weil Einzelne wie Nationen ihre Macht übersteigen und nur an sich denken und dabei die Wirklichkeit so drehen, wie es ihnen nützt.“

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