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Stab, Ring, Mitra und Brustkreuz

Vier Künstler fertigen Insignien für Weihbischof Lohmann

Die bischöflichen Zeichen für die Weihe von Rolf Lohmann sind fertig. Vier Kunsthandwerker aus Kevelaer haben sie geschaffen. Das Material war das gleiche, ihre Ideen jeweils andere.

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Für Norbert van Ooyen ist es der fünfte Bischofsstab, den er in seinen bislang 35 Berufsjahren gefertigt hat. „Jeder war etwas Besonderes“, sagt er, während er noch einen prüfenden Blick auf sein jüngstes Werk wirft. Der Goldschmied aus Kevelaer hat Wallfahrtsrektor Rolf Lohmann gemeinsam mit anderen Goldschmieden bei der Auswahl seiner Insignien beraten. Stab, Ring, Mitra und Brustkreuz, Pektorale genannt, gehören zu den sogenannten Insignien, die Lohmann als Bischof ausweisen werden.

Lohmann überließ die Gestaltung weitgehend den Goldschmieden. Sie alle kommen aus Kevelaer. Herbert Cürvers hat das Pektorale gefertigt, Georg Seegers den Ring entworfen und geschmiedet.

 

Silber und Ebenholz

 

Für alle Gegenstände wurden zwei Materialien verwendet: Silber und Ebenholz. Das helle Silber und das tiefdunkle Holz ergänzen sich. „Diese Verbindung ist klassisch“, sagt van Ooyen.

So auch beim Bischofsstab: Vier Bilder von Heiligen und Seligen bilden den Knauf. Der heilige Ludgerus, der erste Bischof von Münster, ist dargestellt. Die heilige Ida von Herzfeld wird Lohmann an seine langjährige Station als dortiger Pastor erinnern. Der selige Clemens August Kardinal von Galen ist ebenso abgebildet. Und der selige Karl Leisner spiegelt die enge Verbindung zum Niederrhein wider. „Wenn ich den Stab halte, dann habe ich diese Vorbilder auf Augenhöhe und werde so an sie erinnert“, sagt Lohmann.

 

Schnörkellos und ohne Ornamente

 

Der silberne Ring hat wieder Heimatbezug: Er zeigt die Heilige Familie in einem Rosettenfenster in der Pfarrkirche von Westtünnen, der Heimatgemeinde von Lohmann. Markant: in das Bild sind ebenfalls kleine Ebenholzstücke zum Kreuz zusammengefügt. „Damit wurde der ursprüngliche Gedanke, dass das Kreuz Jesu aus Holz war, in dem Ring aufgegriffen“, erklärt der Künstler Georg Seegers. Mit sakralen Goldschmiedearbeiten hatte er bislang nicht viel zu tun. Umso größer war der Ansporn, das Bild aus dem großen Fenster in den kleinen Ring zu übertragen. „Denn der Ring muss tragbar sein.“

Aus der Hand von Herbert Cürvers stammt das Pektorale. „Das Kreuz ist in seiner Form sehr reduziert, aber auch konzentriert – zu Pastor Lohmann hätten keine Ornamente oder Schnörkel gepasst“, erklärt er. In den Silberrahmen ist Ebenholz eingelegt. Dort, wo sich die Balken kreuzen, ist auf der Vorderseite eine plastische Darstellung der Kreuzigung Jesu zu sehen, mit Maria und Johannes am Fuß des Kreuzes. Die Rückseite zeigt Maria als Trösterin der Betrübten, die in Kevelaer verehrt wird.

 

Viel Freiraum für das beste Ergebnis

 

Alle drei Goldschmiede betonen, dass ihnen Lohmann viel Freiheit bei der Gestaltung ließ.

„Wir waren da autark“, sagt van Ooyen, „mit so einem Freiraum wird das Beste daraus.“ Bei der Wahl der Materialien haben sie sich abgesprochen, ansonsten aber für sich gearbeitet. So sind die Insignien nicht aus einem Guss, passen aber dennoch zueinander.

 

„In diesen Insignien kann ich meine eigene Spiritualität wiederfinden“

 

Lohmann ist zufrieden. „Es war mir wichtig, die Arbeiten vor Ort anfertigen zu lassen. Es freut mich, dass die Handwerksmeister sich zusammengetan haben und von ihnen die Ideen kamen.“ Er habe es sich selbst zunächst nicht richtig vorstellen können. Jetzt aber sei er angetan von der guten Zusammenarbeit und den Ideen der Künstler.

„In diesen Insignien kann ich meine eigene Spiritualität wiederfinden.“ Das gilt auch für die Mitra, also die Kopfbedeckung des Bischofs. Sie wurde von Thomas Schmitt aus Seide gewoben.

(In einer ersten veröffentlichen Fassung war irrtümlich vom heiligen Clemens August von Galen die Rede. Das ist korrigiert. Der Kardinal wurde seliggesprochen.)

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