Vorlage bereits im August vom Ständigen Rat der DBK abgelehnt

Voderholzer und Woelki mit Alternative für „synodalen Weg“

In der Debatte um Reformen in der katholischen Kirche wurde am Wochenende ein alternativer Entwurf für den „synodalen Weg“ bekannt. Die Pressestelle des Bistums Regensburg veröffentlichte den Text, den der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer zusammen mit dem Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki am 19. August beim Ständigen Rat vorgelegt hatte. Das Gremium der 27 Ortsbischöfe hatte die Vorlage den Angaben zufolge diskutiert und danach mit „21 zu 3 Stimmen (bei 3 Enthaltungen)“ abgelehnt.

Voderholzer machte deutlich, dass er nicht den „synodalen Weg“ als solchen kritisiere, aber die bisher erfolgte „konkrete Gestaltung“. Was derzeit als Reform vorgeschlagen werde, sei die „Aufgabe des katholischen Profils und die Preisgabe wichtiger Elemente“.

„Primat der Evangelisierung“

In seiner Erklärung zeigte sich der Bischof überzeugt, dass der Alternativ-Entwurf dem Reformverständnis der Kirche entspreche. Außerdem seien darin alle Punkte berücksichtigt, auf die Kardinal Marc Ouellet, der Leiter der Bischofskongregation im Vatikan, in seinem Schreiben an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, kritisch hinweise. Wesentlich sei, dass es insgesamt gesehen um den „Primat der Evangelisierung“ gehen müsse, heißt es in der Erklärung weiter.

Entsprechend dem Papier habe die Synodalvollversammlung die Aufgabe, über die gestellten Themen miteinander zu beraten und Voten zu formulieren. Über diese hätten letztlich die Bischöfe kraft ihrer lehramtlichen Autorität zu beraten und könnten sie als Gesetzgeber in Kraft setzen oder nicht. Lehramtlich bereits geklärte Themen wie etwa die Weihe von Frauen, blieben außerhalb der Diskussion. So würden keine unerfüllbaren Erwartungen geschürt und deutsche Sonderwege vermieden.

Vier Themenbereiche im Fokus

Der von der Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) vorbereitete „synodale Weg“ befasst sich in vier thematischen Foren mit den Themen Sexualmoral, priesterliche Lebensform, Macht und Gewaltenteilung sowie Rolle der Frauen. Dagegen sieht der Gegenentwurf sieben Foren vor: Sexueller Missbrauch, Sendung der Laien im Dienst der Evangelisierung, Jugendkatechese, Ehe- und Familienpastoral, Berufungspastoral, Theologie und Religionsunterricht im Dienst der Evangelisierung sowie Spiritualität und Evangelisierung.