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Jubiläumsfeier am Niederrhein mit Bischof Genn - Neuer Bildstock

Vor 1.300 Jahren: Geschenk eines Grafen hilft dem Missionar Willibrord

  • Vor 1.300 Jahren schenkte ein Graf dem Missionar und Bischof Willibrord Teile der heutigen Ortschaften Mehr und Nütterden am Niederrhein.
  • Das sollte dem Unterhalt seiner Kirche in Rindern bei Kleve dienen und die Mission unterstützen.
  • Zum Jubiläum kommt Bischof Felix Genn und segnet am Sonntag einen Willibrord-Bildstock.
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Das Jahr 721 verändert einen Landstrich am Niederrhein, genauer gesagt ein Gebiet zwischen Kleve und Kranenburg. Graf Ebroin, dem weite Teile der Landgüter und Wälder gehört, ist ein überzeugter Christ und angetan von einem Bischof und Abt, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die christliche Mission auch am Niederrhein zu einem guten Ende zu führen. Das missionarische Wirken von Willibrord hat den Grafen überzeugt.

Der aus England stammende Willibrord, beseelt davon, auf dem europäischen Festland den Menschen den christlichen Glauben zu verkünden, ist vom Papst zum Missionsbischof mit Sitz in Utrecht ernannt worden und weiß mit den Adeligen und Grafen umzugehen und diese für sich einzunehmen. Ende des siebten Jahrhunderts wird er vom fränkischen Adel reich mit Gütern beschenkt, die in Luxemburg, in der Eifel und in den Niederen Landen liegen, zu denen auch der Niederrhein gehört. Geistliche Zentren bilden sich in Echternach bei Luxemburg und in Rindern bei Kleve.

 

Schenkung für das Seelenheil

 

Auch Graf Ebroin macht eine Schenkung und lässt 721 eine Urkunde anfertigen, die überschrieben ist „Im Namen Gottes“. Der Graf tätigt seine Schenkung zu seinem „Seelenheil und dem seiner Frau Theodelind“. Ebroin überlässt Willibrord für den Unterhalt seiner Kirche in Rindern unter anderem Teile der Ortschaften Mehr und Nütterden sowie seine Eigenkirche in Millingen und vermacht dem Missionar viele seiner Landgüter, die über der Düffel verteilt sind, wie die Naturlandschaft am unteren Niederrhein genannt wird. Nach Willibrords Tod 739 fällt dessen gesamter Besitz an das von ihm gegründete Kloster Echternach.

Für die Dörfer Mehr, Nütterden, Donsbrüggen und Millingen enthält die Urkunde den ältesten Nachweis ihrer Existenz. Für Rindern ist die Urkunde der älteste Nachweis einer Kirche. „Das 1.300-jährige Bestehen unseres Dorfes Mehr wollen wir gebührend feiern, auch wenn die großen Feste wegen der Corona-Pandemie derzeit nicht möglich sind“, sagt Pfarrer Jörg Monier von der Pfarrei St. Antonius Abbas in Nütterden, Frasselt, Mehr, Schottheide und Grafwegen.

 

Bischof Genn segnet Willibrord-Bildstock am Stüwennest

 

Pfarrer Jörg Monier (rechts) setzt das so genannte Irische Kreuz in das Dach des Bildstocks. | Foto: Johannes Bernard
Pfarrer Jörg Monier (rechts) setzt das Irische Kreuz in das Dach des Bildstocks. | Foto: Johannes Bernard

Um so erfreuter ist die Pfarrei, dass Bischof Felix Genn zum 1.300-jährigen Ortsjubiläum am Sonntag, 25. April, nach Mehr kommen und um 9 Uhr ein Pontifikalamt unter freiem Himmel feiern wird. Die Messe wird am neuen Willibrord-Bildstock am Stüwennest gehalten. „Jeder Besucher möge eine eigene Sitzgelegenheit mitbringen“, empfiehlt Monier.

Die 500 Einwohner der Ortschaft sind von vom neuen Bildstock angetan. Das vom Künstler Dieter von Levetzow aus Kranenburg-Nütterden geschaffene Relief zeigt Willibrord mit einem Schiff, das dessen Überfahrt auf das europäische Festland symbolisiert.

 

Irisches Kreuz als Zeichen des Wandermissionars

 

Das Bildnis enthält auch die späteren Ereignisse im Leben Willibrords: Er ist schon als Bischof dargestellt und hält in seiner linken Hand die kleine Klosterkirche von Rindern. Die Inschrift „St. Willibrord, bitte für uns“ nimmt auch seine Heiligsprechung schon voraus. An der Spitze des Bildstocks ist ein so genanntes Irisches Kreuz angebracht, das auf Willibrords Zeit in einem irischen Kloster hinweist. Am Sockel ist die Inschrift zu lesen „Graf Ebroin schenkte Teile von Mehr an Bischof Willibrord und seine Kirche in Rindern. – AD 721“.

Den Bildstock fertigte der Klever Steinmetz Benedikt Kreusch aus Anröchter Grünstein. Auf einer runden Standsäule steht ein Gebäude, das in seiner Art an die Merowingerzeit erinnert, die Zeit, in der Bischof Willibrord und Graf Ebroin lebten.

 

Ein Wunsch von Johannes Bours

 

Mit dem Willibrord-Bildstock werde auch ein Wunsch des 1988 verstorbenen religiösen Schriftstellers und Spirituals Johannes Bours, von 1984 bis 1987 Pfarrer in Mehr, in Erfüllung gehen, sagt Monier: „Pfarrer Bours wollte im Ort in allen Himmelsrichtungen einen Bildstock haben. Mit dem neuen Glaubenszeichen im Süden von Mehr ist sein Wunsch Wirklichkeit geworden.“

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