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Pax Christi Recklinghausen gedenkt Atomwaffen-Explosion vor 75 Jahren

Warum Papier-Kraniche in Recklinghausen an Hiroshima erinnern

Zum Gedenken und als Mahnung an die Atomkatastrophe 1945 im japanischen Hiroshima und Nagasaki lädt die Regionalgruppe Recklinghausen der katholischen Friedensbewegung Pax Christi zu einem Schweigekreis ein.

In den letzten Tagen haben Mitglieder der katholischen Friedensbewegung Pax Christi im Kreis Recklinghausen viele Kraniche aus buntem Papier gefaltet. Die kleinen Kunstwerke in japanischer Origami-Falttechnik werden am Donnerstag, 6. August, von 17 bis 18 Uhr auf dem Altstadtmarkt in Recklinghausen verteilt. Der Anlass: An diesem Tag vor 75 Jahren warfen die USA eine Atombombe über der japanischen Stadt Hiroshima ab. Durch die Explosion wurden 100.000 Menschen sofort getötet, an den Folgeschäden starben bis 1945 weitere 130.000 Menschen.

„Wir wollen der Opfer der Atombombenangriffe in Stille gedenken. Gleichzeitig möchten wir mahnen, dass ernsthafte Verhandlungen über atomare Abrüstung wieder aufgenommen werden, die US-amerikanischen Atomwaffen aus Deutschland abgezogen werden und Deutschland dem Atomwaffenwaffenverbotsvertrag der UN beitritt“, sagt Johannes Gertz aus Herten.

Kranich wird zum Friedenssymbol

Der Geschäftsführer der katholischen Friedensorganisation im Bistum Münster erläutert die Geschichte hinter den Papier-Kranichen: In Japan steht der Kranich für ein langes und glückliches Leben. Nach einer Legende hat man einen Wunsch an die Götter frei, wenn man 1000 Kraniche gefaltet hat.

Diesen einen Wunsch wollte sich auch die junge Schülerin Sadako Sasaki erfüllen, als sie nach dem Atombombenangriff auf Hiroshima an Leukämie erkrankte. Mit dem Glauben daran, dass sie wieder gesund wird, wenn sie 1000 Kraniche faltet, hat sie sich durch ihre schwere Krankheit gekämpft. Sie verlor dennoch und starb als zwölfjähriges Mädchen 1955. Zusammen mit den Papier-Kranichen wurde sie zu einem Symbol für den Weltfrieden. Noch heute findet man an Gedenkstätten in Japan immer wieder neue Kranich-Ketten.

Für eine Welt ohne Atomwaffen

Johannes Gertz (links) und Mathias Cronauer zeigen ein Transparent.
Johannes Gertz (links) und Mathias Cronauer zeigen das Transparent, das auf das Anliegen des Schweigekreises aufmerksam machen wird. | Foto: Johannes Bernard

„Für eine Welt ohne Atomwaffen setzt sich Pax Christi aus Jahrzehnten ein“, sagt Mathias Cronauer. Der Hertener Arzt gehört der Friedensbewegung seit mehr als 40 Jahren an. Er hat an zahlreichen Demonstrationen gegen die Herstellung und Lagerung von Atomwaffen teilgenommen. Regelmäßig nimmt er an den Kirchen-Protesttagen am Fliegerhorst Büchel in Rheinland-Pfalz teil. Dort lagern seinen Angaben zufolge „geschätzte 20 US-amerikanische Atombomben, die im Kriegsfall von deutschen Flugzeugen mit deutschen Piloten zu ihren Zielen geflogen werden könnten“.

„Glauben, Gewissen und politische Vernunft bewegen uns, Massenvernichtungswaffen und auch die Drohung damit abzulehnen“, sagt Cronauer. Inzwischen habe auch Papst Franziskus mit der Unterstützung des Atomwaffenverbotsvertrages durch den Vatikan klargemacht: Schon der Besitz von Atomwaffen sei zu ächten, erst Recht die Drohung damit.

Gedenkgottesdienst am 9. August

Die Pax-Christi-Mitglieder werden in der Recklinghäuser Altstadt auch ein großes Transparent zeigen. Die Botschaft lautet „Hiroshima und Nagasaki mahnen – Beitritt zum Atomwaffenverbot jetzt!“. Am Sonntag, 9. August, werden die Pax-Christi-Mitglieder noch einmal zu einem Gedenkgottesdienst um 18 Uhr in der Recklinghäuser Gymnasialkirche zusammenkommen und für den Frieden in der Welt beten. An diesem Tag vor 75 Jahren explodierte eine weitere Atombombe über der japanischen Stadt Nagasaki.

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