Arbeiten an Abschlussdokument laufen

Vorsynode: Jugendliche loben offenen Austausch

Beim vatikanischen Vortreffen zur Jugendsynode im Oktober haben die die rund 300 Teilnehmer den ersten Teil der Arbeit beendet. Seit Montagmittag hatten sie in 20 Kleingruppen Erfahrungen und Einschätzungen über Kirche, Lebenswelten und persönliche Lebensentscheidungen zusammengetragen.

Die Vorsynode will ein Dokument erarbeiten, das Gegenstand der Beratungen der Bischöfe im Oktober sein soll. Das Thema der dreiwöchigen eigentlichen Synode lautet „Jugend, Glaube und Berufungsunterscheidung“. Daran nimmt auch Bischof Felix Genn aus Münster als einer der Delegierten der Deutschen Bischofskonferenz teil.

Große Unterschiede in den Ansichten

„Ich war schon sehr überrascht, wie unterschiedlich etwa die Ansichten zum Frauendiakonat oder zu Gender sind“, berichtet die Vorsynoden-Delegierte Magdalena Hartmann. Ähnlich sieht es Alina Oehler: Was in Deutschland wichtig sei, werde international oft anders gewichtet.

Gleichzeitig schätzen beide den offenen Dialog der Teilnehmer, zu denen auch einige Nichtglaubende und Angehörige anderer Religionen zählen. Zudem beteiligen sich weltweit gut 14.000 Menschen, darunter 1.374 deutschsprachige, über eigene Gruppen im Netzwerk Facebook am Austausch der Vorsynode.

Abschlussdokument für den Papst

Ansonsten arbeitet die Vorsynode in einem Bildungshaus am Stadtrand Roms ähnlich wie die Bischofssynode selbst. Ergebnisse der Kleingruppen in den Sprachen Englisch, Spanisch, Französisch und Italienisch werden auf vier Seiten zusammengefasst; ein Redaktionsteam erstellt daraus den ersten Entwurf eines Abschlussdokuments. Bevor es am Sonntag dem Papst übergeben wird, überarbeiten die Kleingruppen am Donnerstag und Freitag den Text.

Überrascht hat Oehler das große Interesse der Teilnehmer am Thema Liturgie. „Überall zeigt sich, dass junge Menschen Liturgie nicht mehr verstehen; auch in Ländern, wo viele Jugendliche zur Kirche gehen, weil der soziale Druck groß ist.“ Sie zitierte einen Teilnehmer aus Afrika, der sich mehr Leben und Verständlichkeit in Gottesdiensten wünscht: „We want fire.“

Skepsis, wie die Bischöfe auf Wünsche reagieren

Angetan zeigten sich Hartmann und Oehler von der Aufforderung von Papst Franziskus, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. „In den Sprachgruppen merken wir, wie gut es ist, wirklich gehört zu werden“, sagt Oehler. Skeptisch sind sie und Hartmann aber, inwieweit es gelingt, Erfahrungen und Wünsche wirklich in das Bischofstreffen einfließen zu lassen.

Sie wünschen sich mehr persönliche Begegnungen mit Bischöfen und Kardinälen. Es wäre besser, so Hartmann, wenn mehr als die vorgesehenen 20 jungen Teilnehmer bei der Synode im Herbst dabei sein könnten. Diese haben dort zwar Rede-, aber kein Stimmrecht.