Stellvertretender Generalvikar will Abschluss des Verfahrens abwarten

Vorwürfe gegen Christoph Metzelder – Reidegeld zeigt sich betroffen

Angesichts der Kinderpornografie-Vorwürfe gegen Ex-Fußballprofi Christoph Metzelder hat sich der stellvertretende Generalvikar des Bistums Münster, Jochen Reidegeld, tief betroffen gezeigt. Laut Staatswanwaltschaft Hamburg wird gegen Metzelder wegen des Verdachts der Verbreitung von kinderpronografischen Schriften ermittelt. Die „Bild“-Zeitung hatte zuerst darüber berichtet.

Der aus Haltern stammende Metzelder hatte sich als „Schutzengel“ in der von Reidegeld gegründeten Organisation „Roter Keil“ engagiert. „Roter Keil“ setzt sich gegen Kinderprostitution ein. Zu den jetzt erhobenen Vorwürfen wollte sich Reidegeld laut einem Online-Bericht der „Allgemeinen Zeitung“ nicht äußern: „Da wir kein Faktenwissen haben und wir glauben, dass die Unschuldsvermutung auch für Christoph Metzelder gilt, bitten wir als ‚Roter Keil‘ um Verständnis, dass wir uns erst nach Abschluss des Verfahrens äußern“.

Reidegeld war mit Metzelder und Fußballer Sebastian Kehl 2005 auch von Papst Johannes Paul II. in Rom empfangen worden. Dabei überreichten sie ihm ein gemeinsam geschriebenes Buch.

Theologe Schallenberg verlässt Metzelder-Stiftung

Der Paderborner Theologe Peter Schallenberg geht indes auf deutliche Distanz. Wie mehrere Medien mit Verweis auf eine Meldung der Deutschen Presseagentur (dpa) und das Paderborner „Radio Hochstift“ berichten, ist der katholische Moraltheologe von seinem Posten im Kuratorium der Metzelder-Stiftung zurückgetreten. Als Grund habe Schallenberg die Schwere der Vorwürfe genannt – aber auch das ihm unbegreifliche Schweigen Metzelders und der Stiftung. Die Stiftung unterstützt benachteiligte Kinder mit Essenstafeln sowie Freizeit- und Bildungsangeboten.

Diese hat inzwischen das Ermittlungsverfahren gegen Christoph Metzelder bestätigt. Auf der Homepage der Stiftung erklärt der Vorstand zudem, Metzelder werde seine Ämter in der Stiftung „bis zur finalen Aufklärung des Ermittlungsverfahrens ruhen lassen“.  Mit Rücksicht auf die Privatsphäre der Kinder, Jugendlichen, Eltern und Mitarbeiter der Förderprojekte werden Medienvertreter gebeten, von Interviewanfragen und Aufnahmen abzusehen. Alle weiteren Seiten der Homepage sind abgeschaltet.