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Betroffener meldet sich bei Niederbronner Schwestern

Vorwurf Vergewaltigung - Ermittlungen gegen Ordensfrau

  • Die Staatsanwaltschaft Frankenthal ermittelt gegen eine Niederbronner Schwester wegen des Verdachts eines Sexualstrafdelikts.
  • Die Ordensfrau steht in Verdacht, einen Jungen in einem Kinderheim in Speyer vergewaltigt zu haben.
  • Die Tat soll sich Mitte der 1990er Jahre ereignet haben, der Betroffene habe sich vor einigen Monaten gemeldet.
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Die Staatsanwaltschaft Frankenthal ermittelt gegen eine Niederbronner Schwester wegen des Verdachts eines Sexualstrafdelikts. Die heute „unter 70-jährige“ Ordensfrau wird beschuldigt, Mitte der 1990er Jahre in einem Kinderheim in Speyer einen damals „etwa achtjährigen“ Jungen vergewaltigt zu haben. Der Leitende Frankenthaler Oberstaatsanwalt Hubert Ströber bestätigte der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Donnerstag einen entsprechenden Bericht im „Mannheimer Morgen“.

Laut Ströber hat die Behörde intensiv geprüft, ob die Vorwürfe verjährt seien, und sich dann entschlossen, ein Ermittlungsverfahren gegen die Frau einzuleiten, weil ein Anfangsverdacht bestehe. Mittlerweile befinden sich die Akten wieder bei der Polizei. Seine Vorwürfe hatte der Mann erstmals im Frühjahr erhoben. Ein Rechtsanwalt hat bereits Akteneinsicht beantragt.

 

Betroffener wendet sich an Niederbronner Schwestern

 

Die Provinzoberin der Niederbronner Schwestern, Barbara Geißinger, erklärte auf KNA-Anfrage in Nürnberg, die Vorwürfe seien bekannt. Der Betroffene habe sich vor wenigen Monaten mit der Missbrauchsbeauftragten des Ordens in Verbindung gesetzt. Daraufhin seien die Akten der Staatsanwalt übergeben worden.

Inhaltlich wollte Geißinger keine Stellung nehmen. Allerdings sei die Beschuldigte die einzige Schwester aus dem Kinderheim in der Engelsgasse in Speyer, gegen die ein solcher Vorwurf erhoben werde. Die Frau sei bis 1995 dort tätig gewesen. Dem Betroffenen sei Unterstützung bei der Stellung eines Antrags auf Anerkennung von Leid zugesagt worden.

 

Kinderheim in Speyer in den Schlagzeilen

 

Erstmals war das Speyerer Kinderheim im Dezember 2020 bundesweit in die Schlagzeilen geraten. Unabhängig voneinander berichten mehrere teils schwer Traumatisierte davon, vom früheren Speyerer Generalvikar Rudolf Motzenbäcker vergewaltigt worden zu sein. Vorwürfe bezogen sich dabei auch auf das Heim in der Engelsgasse. Diese Vorwürfe beziehen sich allerdings auf die 1960er und 1970er Jahre und scheinen deshalb nicht mit den jüngsten Entwicklungen im Zusammenhang zu stehen.

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