RECHTSEXTREMISMUS

Magdeburgs Bischof Feige: Menschen sind verführbar und verharmlosen AfD

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Vor der Landtagswahl wird Gerhard Feige deutlich: Über Dammbrüche, die Sprache der AfD und angebliche Demokraten.

Von KNA

Der Magdeburger Bischof Gerhard Feige äußert "Angst" im Zusammenhang mit der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am morgigen Sonntag. "Menschen sind verführbar, zu allen Zeiten. Das macht mir Angst. Jetzt wieder", sagte Feige am Samstag, 5. September, der "Augsburger Allgemeinen".

Die AfD werde normalisiert und damit verharmlost, das erschüttere ihn. "In den vergangenen Jahren gab es so viele Dammbrüche und Grenzverletzungen."

Feige über die Sprache der AfD

Feige führte aus, inzwischen sei vieles, was die AfD propagiere, im Alltag angekommen. "Die Begriffe 'Altparteien' oder 'Remigration' sind nun das Normalste der Welt, alle sprechen davon. Dabei ist mit Remigration die Zwangsausweisung von Menschen mit Migrationsgeschichte gemeint."

Nach dem Treffen von Rechtsextremen und AfD-Politikern in Potsdam zu Remigrations-Plänen seien Anfang 2024 hunderttausende Menschen dagegen auf die Straßen gegangen. "Heute steht das Wort im Wahlprogramm der AfD Sachsen-Anhalt - und das stört viele offensichtlich nicht."

Feige: Nicht jeder, der demokratisch gewählt wird, ist Demokrat

Der Bischof erinnerte: "Victor Klemperer hat 1947 über die Sprache des Nationalsozialismus geschrieben - und wie über die Sprache das Bewusstsein verändert wird." Er verstehe immer besser, so Feige, wie es einst zum Erstarken der NSDAP kam.

"Die Demokratie trägt ein Selbstzerstörungspotenzial in sich. Sie lässt sich mit ihren eigenen Methoden abschaffen." Daher sei er überzeugt: "Nicht jeder, der demokratisch wählt oder gewählt wird, ist ein Demokrat."

Appelll am Wahltag
Am Tag der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ruft Bischof Gerhard Feige nochmals zum Einsatz gegen Extremismus und eine "zunehmende Verwahrlosung des menschlichen Miteinanders" auf. "Gegenwärtig heißt das wohl in besonderer Weise, dem nationalistischen und fremdenfeindlichen Ungeist zu widerstehen", sagte Feige bei der Wallfahrt des Bistums Magdeburg zum Kloster Huysburg.

Er dankte allen, die sich für Menschenwürde, Nächstenliebe, Solidarität, Dialog, ein tolerantes und weltoffenes Miteinander einsetzen. Zugleich beklagte er: "Was für apokalyptische und rassistische Vorstellungen haben sich doch in den Köpfen vieler festgesetzt! Nächstenliebe wird zum Unwort und Menschenfeindlichkeit gesellschaftsfähig."

Ohne die in Sachsen-Anhalt vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestufte AfD beim Namen zu nennen, warnte Feige vor "Agitation und Propaganda" jener politischen Kräfte, "die Zwietracht säen, Misstrauen und Ängste schüren, drastisch bisherige Rechte und Freiheiten einschränken wollen und zugleich in messianischer Selbstüberhebung paradiesische Zustände verheißen". Dabei zitierte er zwei AfD-Landtagswahlslogans: "Alles ist möglich. Alles wird gut." Die Partei lag zuletzt in Umfragen bei mehr als 40 Prozent. | KNA

Update 6. Sept., 11 Uhr: Kasten

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