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Rund 7.000 Menschen aus dem Großraum Bordeaux in Frankreich haben auf dem Messegelände der Stadt Zuflucht gefunden. Ein Pfarrer berichtet.
Unter den vor den Waldbränden in Frankreich Evakuierten erlebt Pfarrer Clément Barré nach eigenem Bekunden große Solidarität. "Das ist sehr ermutigend, zu sehen, dass in so einer schrecklichen Situation trotzdem das Beste aus den Menschen zum Vorschein kommt", sagt der Priester, dessen Gemeinde Saint-Médard-en-Jalles evakuiert werden musste, im Kölner "Domradio".
Im "Parc des Expositions", einem Messegelände in Bordeaux, haben rund 7.000 Menschen aus der Region Zuflucht gefunden. Etwa 200 Freiwillige kümmern sich um warme Mahlzeiten, Feldbetten und psychologische Hilfe.
"Evakuierte leben mit der Angst"
Viele der Evakuierten, so Barré, müssten mit der Angst leben, dass sie ihre Häuser verlieren könnten. Dennoch seien sie geduldig, wohlwollend und würden einander helfen: "Man sieht, wie Gott am Werk ist, weil die Menschen sich gegenseitig unterstützen."
Das Feuer sei nur wenige Kilometer von Bordeaux entfernt, man rieche den Rauch in der Großstadt stark, so der Geistliche. Wie während der Corona-Pandemie versucht er, mit der Gemeinde aus der Distanz Verbindung zu halten.
Gespräche und Gebete
Sein Pastoralteam und er würden anbieten, zur gleichen Uhrzeit miteinander zu beten, zu telefonieren und Neuigkeiten auszutauschen: "Aber man fühlt sich trotzdem ohnmächtig angesichts dieser Situation." Am Sonntag hielt Barré eine Messe für alle evakuierten Gemeinden in der Kathedrale Saint-André von Bordeaux.
Bei den Evakuierten in der Messehalle ist er einfach da: "Viel kann ich nicht tun: Man hört ihnen zu, spricht mit ihnen, betet, nimmt sich Zeit. Das ist alles, was man zurzeit machen kann." Er führe Gespräche mit Menschen, die sich Sorgen um Hab und Gut machen, mit Urlaubern, die von Campingplätzen evakuiert wurden, und mit Menschen aus Seniorenheimen, die die Lage verwirre.
Nach Barrés Angaben gab es für seinen Ort inzwischen Entwarnung: Saint-Médard-en-Jalles blieb von den Waldbränden verschont. Doch noch sei unklar, wann die Einwohner zurückkehren könnten.