17 Mädchen aus sieben Schulen wollen „DFB-Junior-Coach“ werden

Warum die Marienschule in Münster Fußball-Trainerinnen ausbildet

Josefine spielt seit acht Jahren Fußball. Dass sie jetzt an der Marienschule Münster ihren „DFB-Junior-Coach“ machen kann, den Trainerschein des Deutschen Fußball-Bundes, findet sie super: „Dann kann ich mit Kindern trainieren, eine Mannschaft leiten, und es macht sich noch gut im Lebenskauf“, sagt die 15-jährige Marienschülerin.

Auch Ilsa von der Friedensschule, ebenfalls 15, genießt die Ausbildung bei Ulrike Meyer vom Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW). Ilsa will lernen, „wie ich eine Trainingsstunde aufbaue. Das hilft auch der eigenen Mannschaft, wenn man das versteht.“

17 Mädchen aus sieben Schulen

Simon Niehaus hat die 17 Mädchen aus sieben verschiedenen Schulen Münsters in der Marienschule zusammengeführt, damit sie hier ihren Trainerinnen-Schein absolvieren können. Das macht der Lehrer für Geschichte und evangelische Religion, der selbst Fußball-Trainer ist, in diesem Jahr zum dritten Mal. Die Mädchen kommen von der Marien- und Friedensschule und den Gymnasien Wilhelm Hittorf, Paulinum, St. Mauritz, Freiherr von Stein und Pascal.

Vier Ausbildungseinheiten, zum Teil an Samstagen, und einen Prüfungstag müssen sie absolvieren. Belohnt wird der Einsatz am 9. Dezember mit der Übergabe der zertifizierten Trainerinnen-Lizenzen. „Dieses Angebot ausschließlich für Mädchen an einer Schule ist deutschlandweit einmalig“, erklärt Niehaus nicht ohne Stolz.

Von Dribbeln bis Erste Hilfe

Ulrike Meyer bietet solche Mädchen-Kurse ansonsten nur einmal im Jahr im FLVW-Sportzentrum Kaiserau an. Die Junior-Coach-Ausbildung befähige die Teilnehmerinnen von den Bambini bis zur D-Jugend, vier- bis zwölfjährige Kinder  zu trainieren.

Der Lernstoff umfasst Techniken wie Dribbeln und Passen, den  Aufbau von Spielstunden, Konditions-Training, Erste Hilfe und Recht. Nach erfolgreichem Abschluss dürfen die Mädchen dann Fußball-AGs an Schulen oder Sportmannschaften in Vereinen leiten.

Trainerschein und Persönlichkeitsentwicklung

Mädchengruppen hätten den Vorteil, dass sich die fußballbegeisterten Teilnehmerinnen freier entfalten könnten, sagt Meyer. In gemischten Gruppen würden die Jungen schnell die dominante Rolle übernehmen. Lehrer Simon Niehaus ist auch die soziale Komponente des Angebots wichtig: „die Übernahme von Verantwortung und die Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen“.

Annika (15) sagt: „Ich habe gelernt, meine Kritik konstruktiver zu äußern.“ Charlotte ergänzt: „Ich muss die Kinder loben.“ Katharina und Emily von der Friedensschule, macht es Spaß, ihren Lieblingssport an kleine Kickerinnen und Kicker zu vermitteln. Die meisten der angehenden Junior-Coaches haben jahrelange Fußball-Erfahrungen und wollen Begeisterung und Wissen an Jüngere weitergeben.