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32-jährige Jacqueline Dornbusch hat Geschäftsführung übernommen

Warum eine Industrie-Managerin zum SkF in Wesel wechselt

Zehn Jahre lang hat Jacqueline Dornbusch als Managerin in der Industrie gearbeitet. Doch dann merkte sie: Das ist nicht das Richtige. Was ihr fehlte, und warum sie nun beim SkF gelandet ist.

Zehn Jahre lang hat Jacqueline Dornbusch als Managerin in der Industrie gearbeitet. Zuletzt in einem amerikanischen Unternehmen. „Ich habe keinen Sinn mehr in meiner Arbeit gesehen“, sagt sie. „In dieser Firma ging es schließlich nur noch um Gewinnmaximierung. Der einzelne Mensch zählte wenig. Mir fehlte das Sinnstiftende in meiner Arbeit“, erinnert sich die 32-jährige Geschäftsführerin des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) in Wesel. Seit dem 1. April leitet die studierte Betriebswirtschaftlerin die Einrichtung Am Birkenfeld.

Ein großer Schritt, meint sie. Sie habe durchaus eine tolle Position als Marketingchefin innegehabt. Doch sie ist sich sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Hilfe für Eltern mit Behinderung

In Wesel ist sowohl eine stationäre Eltern-Kind-Einrichtung als auch das Mehrgenerationenhaus. In dem Haus leben Eltern mit Behinderungen. Wenn behinderte Menschen Eltern werden, müssen sie den Familienalltag meist unter schwierigeren Voraussetzungen bewältigen. Daher bedürfen sie einer besonderen Fürsorge.

In der Einrichtung erhalten Eltern mit Behinderung die Chance, ihr Leben mit ihrem Kind zu gestalten. „Wir wollen die Erziehungskompetenz der Eltern zu stärken“, sagt Dornbusch. Zu der Einrichtung gehört auch eine Kindertagesstätte, in der 45 Kinder aus der Einrichtung betreut werden.

Mitten in der Corona-Krise angefangen

Jacqueline Dornbusch ist ins kalte Wasser gesprungen. „Ich habe mitten in der Corona-Zeit angefangen“, berichtet sie von ihrem Start. Eine ruhige Einarbeitungsphase hatte sie nicht. Im Gegenteil. Von Anfang an war sie gefordert.

Schutzkleidung und Masken mussten her. Ein schwieriges Unterfangen. Doch sie hatte auch Glück. 200 Masken wurden dem SkF geschenkt. Die Sorge um die Gesundheit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Kindern und Eltern auf der Station stand im Vordergrund. „Es hat alles gut geklappt“, sagt sie. Es gab Verdachtsfälle, aber keine positiv getesteten Personen. Das war nicht selbstverständlich. Denn bei der Pflege von den Kindern gibt es immer wieder engen Kontakt.

Team rückte zusammen

„Alle haben gut mitgearbeitet. Durch die Krise sind wir als Team enger zusammengerückt. Das hat mir den Einstieg auch erleichtert“, sagt die Geschäftsführerin. „Ich weiß jetzt, was ich für tolle Mitarbeiter habe.“

Doch wie kommt eine Betriebswirtschaftlerin zu einem Sozialverband? Als ihr klar wurde, wie unzufrieden sie mit ihrer Tätigkeit in dem früheren Unternehmen war, suchte sie gezielt nach einer Tätigkeit im sozialen Bereich.

Wie ihre unternehmerische Qualifikation hilft

„Dafür muss ich noch ein Studium der Sozialarbeit anschließen“, so Dornbusch. Seit einem Jahr studiert sie dieses Fach online an der Hochschule Fresenius.  Auf der Suche nach einer alternativen Stelle entdeckte sie die Ausschreibung des SkF. Der Vorstand des Verbandes suchte exakt diese Kombination. Denn um eine Einrichtung mit 120 Hauptamtlichen und 80 Ehrenamtlichen zu leiten, ist eine unternehmerische Qualifikation notwendig.

Immer genug Geld für die Einrichtung hereinzuholen, antwortet Dornbusch wie aus der Pistole geschossen auf die Frage, was ihre wichtigste Aufgabe ist. „Der Topf für die Sozialwirtschaft wird immer geringer und der Bedarf in Einrichtungen wie der der SkF immer größer“, erklärt sie. „Maßnahmen und Stellen müssen zum Beispiel durch Behörden wie Jugendämter refinanziert werden. Wir müssen eine bestimmte Anzahl von Stellen in unserem Haus vorweisen. Das gibt der Stellenplan vor, nach dem wir bezuschusst werden“, erläutert sie.

Christliches Leitbild

Zusammenarbeit, Hilfsbereitschaft und Gemeinschaft sind nach ihren ersten Erfahrungen die wichtigsten Merkmale der Zusammenarbeit im Team. „Und die Ausrichtung nach einem christlichen Leitbild“, ergänzt sie. Das ist ihr wichtig. Denn sie kommt aus einem Elternhaus, in dem der Glaube im Alltag gelebt wurde. Ihre Eltern hätten ihr gezeigt, was Solidarität bedeutet, sagt sie.

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