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Fragen und Antworten rund um den Advent

Warum heißt der Advent „Advent“?

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Die Vorfreude auf die Advents- und Weihnachtszeit ist bei vielen Menschen groß. Doch was steckt hinter diesem Begriff und warum sind es eigentlich vier Sonntage? Wir haben Pater Daniel Hörnemann gefragt, der jeden Adventssonntag eine Antwort gibt. Diesmal: Warum heißt der Advent „Advent“?

Viele Menschen erleben sie als eine Zeit der Hektik und Geschäftigkeit. Anderen helfen feste Bräuche, eine besondere Besinnlichkeit aufkommen zu lassen. Es geht beim „Advent“, wie das lateinische Wort „adventus“ besagt, um „Ankunft“.

Gemeint ist die Ankunft Jesu in dreifacher Hinsicht: damals im Stall von Bethlehem, heute in meinem Herzen, dereinst, wenn er in Macht und Herrlichkeit wiederkommt und die Welt zu ihrem Ende führen wird. Das Lehnwort „Advent“ gilt in doppelter Richtung: Gott will bei uns Menschen ankommen, doch wir wollen auch bei ihm ankommen.

Menschwerdung Gottes in Jesus

Was keine sonstige Religion der Welt zum Glaubensinhalt hat, ist die Menschwerdung Gottes in Jesus von Nazareth. Seiner Geburt gehen vier Adventssonntage und die gesamte Adventszeit voraus. Sie lassen uns Zeit zur Vorbereitung auf Jesu erste Ankunft in dieser Welt, zugleich auf sein zweites Kommen, seine Wiederkunft, die immer noch aussteht.

Bis zum Ende des 6. Jahrhunderts dauerte die Adventszeit 40 Tage lang und begann Mitte November als eine zweite Fastenzeit. An deren Vorabend gab es am 11. November mit St. Martin noch ein großes Fest. In der alten Kirche erstreckte sich die Adventszeit zwischen dem 11. November und dem Fest Epiphanie am 6. Januar, dem ursprünglichen Weihnachtstermin.

Zeit der Buße, Umkehr und des Hoffens

Die Tage des Advents gestatten eine langsame Annäherung an das große Geheimnis. Wer Weihnachten morgen feiern will, von jetzt auf gleich, kann nicht vorbereitet sein in der Kürze der Zeit. Es braucht einen Anlauf, und den gewährt uns der Advent.

Die Adventszeit war einerseits eine ernste Zeit der Buße und Umkehr, andererseits eine Zeit des Hoffens, dass endlich der kommt, den man ersehnt. Seit 1917 ist das Adventsfasten abgeschafft. Bereits seit dem 5. Jahrhundert hob man in Rom durch eine eigene Vorbereitungszeit vor allem die Menschwerdung Gottes hervor. Ab 1570 setzte Papst Pius V. den römischen Brauch durch, den Advent am vierten Sonntag vor dem Weihnachtsfest zu beginnen.

Vier Adventssonntage

Die ersten Belege für Adventsliturgien stammen aus Spanien und Gallien im 4. Jahrhundert. Papst Gregor der Große bestimmte um 600 die Zahl der vier Adventssonntage für die Westkirche. Dahinter stand die Zahlensymbolik von 4.000 Jahren, welche die Menschheit nach damaligem Denken auf die Ankunft des Erlösers und Befreiers wartete, nachdem sie durch den Sündenfall das ursprüngliche Paradies aufs Spiel gesetzt und verloren hatte.

Die Adventszeit hat einen Doppelcharakter hingebungsvoller und freudiger Erwartung, einerseits der Vorbereitung auf das Hochfest zum ersten Kommen Jesu, andererseits auf die endgültige Wiederkunft Christi am Ende der Zeiten.

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