Messdienertag im Oldenburger Land am 3. Juni

Warum kommt gute Messdienerarbeit weiterhin an, Herr Fraas?

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Im niedersächsischen Teil des Bistums Münster können sich Messdienerinnen und Messdiener ab sofort zum Messdienertag am 3. Juni auf dem BDKJ-Jugendhof in Vechta anmelden. Es ist nach 2017 die zweite Veranstaltung dieser Art im Oldenburger Land. Tobias Fraas, Messdiener-Referent im Offizialat Vechta, erläutert, warum die Messdienergemeinschaften weiter gefragte Gruppen in den Gemeinden sind – trotz gesellschaftlicher Veränderungen.

Herr Fraas, 4.000 Messdienerinnen und Messdiener sind eingeladen zum Messdienertag am 3. Juni, heißt es in der Einladung. Ist die Zahl aktuell?

In unseren 40 Pfarreien im Oldenburger Land engagieren sich tatsächlich 4.000 Messdienerinnen und Messdiener inklusive Gruppenleitungen in 116 Messdienergemeinschaften.

Wie sieht es denn mit Nachwuchs für den Dienst am Altar aus?

Das unterscheidet sich von Gemeinde zu Gemeinde. Es gibt Orte mit starkem Zulauf, in anderen wird es weniger. Corona hat dieses Bild nicht so wesentlich verändert, wie man meinen könnte.

Spürt die Messdienerarbeit auch die Krise der Kirche?

Ja, und auch die allgemeinen gesellschaftlichen Trends: Glaube und Kirchenmitgliedschaft werden weniger selbstverständlich, auch ohne Krisen. Ob ein Kind Messdienerin oder Messdiener wird, etwa nach der Erstkommunion, das entscheidet es ja auch gemeinsam mit den Eltern.

Was beeinflusst solche Entscheidungen?

Tobias Fraas ist Referent für Messdienerinnen- und Messdienerarbeit im Bischöflich Münsterschen Offizialat in Vechta. | Foto: Philipp Ebert (bmo)
Tobias Fraas ist Referent für Messdienerinnen- und Messdienerarbeit im Bischöflich Münsterschen Offizialat Vechta. | Foto: Philipp Ebert (BMO)

Verschiedenes: die Veränderungen der Religiosität allgemein, auch die öffentlich bekannten Probleme und Diskussionen in der katholischen Kirche spielen mitunter eine Rolle. Und natürlich ganz allgemeine Überlegungen zur Gestaltung des Wochenendes in den Familien: Können und wollen wir uns und unsere Kinder regelmäßig zum Besuch des morgendlichen Gottesdienstes verpflichten? Denn es ist ja ganz klar, dass das meistens nicht mehr selbstverständlich ist für Familien.

Dennoch gibt es für viele Eltern weiter gute Gründe, dem Wunsch ihrer Kinder zuzustimmen?

Ja. Messdiener sind Teil von Kirche, das ist für viele Familien wichtig. Aber die Gemeinschaften stellen neben dem Dienst am Altar eben auch in großer Autonomie ein hochwertiges Programm für Kinder auf die Beine: mit Ausflügen, Aktionen, Ferienfreizeiten - in hoher Qualität, mit gut ausgebildeten Gruppenleiterinnen und Gruppenleitern. Die Eltern wissen: Das können die gut! Hinzu kommt eine Besonderheit an Messdienerarbeit: Anders als etwa im Sportverein spielt der Leistungsgedanke hier in der Regel keine Rolle. Ganz christlich: Alle sind so angenommen, wie sie sind. Auch das ist manchen Eltern wichtig.

Was macht denn gute Messdienerarbeit aus?

Es kommt zunächst mal darauf an, dass sich Menschen als Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter finden, die Lust darauf haben, für Kinder eine gute Zeit zu gestalten und sie in der Persönlichkeitsentwicklung zu fördern. Wie es dann konkret in den Pfarreien umgesetzt wird, das ist so unterschiedlich wie die Gemeinden. Es gibt da eine große Vielfalt, die zum Beispiel auch abhängig von der Größe der Gemeinschaft ist.

Was können Gemeinden für gute Messdienerarbeit tun?

Zum Beispiel dafür sorgen, dass es engagierte Ansprechpartner gibt, haupt- wie ehrenamtlich. Daneben brauchen Messdienergemeinschaften gute Räumlichkeiten, wo sie sich treffen, spielen oder Aktionen planen können.

Wie sieht es mit finanzieller Förderung aus?

Natürlich stellt sich irgendwann auch die Frage nach dem Geld. Und da zeigen viele Gemeinden zum Beispiel dadurch ihre Wertschätzung, dass sie einen Teil der Gebühr für Gruppenleiter-Grundkurse übernehmen – oder auch für die Teilnahme am Messdienertag. Zentral ist aber nicht das Geld. Zentral sind Jugendliche und junge Erwachsene, die für die Begleitung von Kindern und Jugendlichen brennen – auch aus dem Glauben heraus.

Was versprechen sich die Organisatoren vom Messdienertag am 3. Juni?

Einen unvergesslichen Tag mit einem tollen Gemeinschaftsgefühl. Damit zum Beispiel auch Messdienerinnen und Messdiener aus kleinen Diasporagemeinden erleben: „Wir sind doch viele!“ Und es ist eine Gelegenheit für das Offizialat, „Danke“ zu sagen für einen Dienst, der weniger selbstverständlich wird. Der Tag ist auch gedacht als Zeichen der Wertschätzung gegenüber den Gruppenleiterinnen und Gruppenleitern, die an diesem Tag mal nichts selbst organisieren müssen, sondern einfach nur dabei sein und ein eigenes Programm genießen können.

2. Messdienertag im Oldenburger Land am 3. Juni
Bis zum 2. Mai können sich Messdienerinnen und Messdiener aus dem gesamten Oldenburger Land zum Messdienertag auf dem BDKJ-Jugendhof in Vechta anmelden. Spaß, Spiel und Gemeinschaft im Glauben sollen das Treffen am 3. Juni prägen. Der Tag beginnt um 10 Uhr und endet nach einem Gottesdienst mit Weihbischof Wilfried Theising gegen 18 Uhr. Neben Angeboten für die Messdienerinnen und Messdiener soll es auch Angebote für Gruppenleiterinnen und -leiter sowie haupt- und ehrenamtlich Verantwortliche geben. Die Teilnahme kostet 20 Euro pro Person. Darin enthalten ist die An- und Abreise per Bus, das Programm sowie ein Mittagessen. Weitere Informationen sowie den Link zur Anmeldung gibt es unter www.diemessdiener.de.