Ausblick: Reformationsgedenken, Personalien, Politik

Was 2017 für die Kirche in Deutschland und Münster bringt

Das alte Jahr endete mit dem blutigen Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt. Und es gehört nicht viel Fantasie zu der Vorhersage, dass auch im neuen Jahr die Themen Terror und Sicherheit ganz oben auf der politische Agenda stehen. Mit Blick auf den mutmaßlichen Täter von Berlin, einen als Flüchtling eingereisten Tunesier, warnte der katholische Erzbischof von Berlin, Heiner Koch, bereits davor, die Flüchtlingsfrage und die Auseinandersetzung mit islamistischem Extremismus für populistische Zwecke zu instrumentalisieren.

Vor diesem Hintergrund dürfte ein Termin gleich zu Jahresbeginn auf erhöhte Aufmerksamkeit stoßen. Am 23. Januar hält Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Würzburger Diözesanempfang die Festrede. Die CDU-Chefin im Stammland der CSU – eine an sich schon reizvolle Kombination. Zusätzliche Brisanz erhält der Auftritt der Kanzlerin in dem bayerischen Bistum durch den Dauerzwist in der Union über die Flüchtlingspolitik. Das Thema ihrer Rede „Verbundenheit in offener Gesellschaft“ könnte Stoff für weitere Debatten bieten.

Freie Bischofsstühle

Merkels Gastgeber, Friedhelm Hofmann, dürfte zum letzten Mal als Bischof von Würzburg zum Diözesanempfang laden. Er wird im kommenden Jahr 75 und erreicht damit die für Bischöfe vorgeschriebene Altersgrenze. Das Gleiche gilt für seinen Hildesheimer Kollegen Norbert Trelle. Bereits vakant ist der Bischofsstuhl in Mainz, seit Kardinal Karl Lehmann im Mai 80 wurde. Dass Papst Franziskus im Laufe des Jahres einen Nachfolger für den ehemaligen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz ernennen wird, gilt als so gut wie sicher.

Angesichts der Bundestagswahl und der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im neuen Jahr wird es spannend sein, ob und wie sich die Kirche ins gesellschaftliche Gespräch einbringen kann. Nicht zuletzt in Bezug auf die AfD und das Erstarken populistischer Positionen haben sich bereits einige Bischöfe deutlich zu Wort gemeldet.

Reformation – ökumenisch

Den „Kirchenkalender“ 2017 beherrscht aber zweifellos die Erinnerung an Martin Luther und die Reformation. Am 31. Oktober jährt sich der legendäre Thesenanschlag an der Wittenberger Schlosskirche zum 500. Mal. Die evangelische Seite feiert das epochale Ereignis als „Jubiläum“, die katholische Seite bevorzugt den Begriff „Gedenken“. Bereits im März wollen die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Bischofskonferenz in Hildesheim einen Versöhnungsgottesdienst feiern, der an die Wunden durch die Kirchenspaltung erinnern soll.

Im Mittelpunkt aber steht der Kirchentag vom 24. bis 28. Mai in Berlin und Wittenberg. Allein zum Abschlussgottesdienst in Wittenberg rechnen die Veranstalter mit 200.000 Teilnehmern - die größte kirchliche Einzelveranstaltung des Jahres. Das Jubiläumsjahr endet am 31. Oktober, der einmalig bundesweit Feiertag sein wird.

Bistum Münster: Katholikentag, Personalien, Jubiläum

Doch auch der Katholikentag 2018 wirft seine Schatten bereits voraus. Ein Jahr zuvor, im Mai 2017, soll es in Münster eine große Auftaktveranstaltung geben. Auch personell stehen einige Veränderungen an. Bereits am 28. Januar wird Weihbischof Wilfried Theising als neuer Offizial in Vechta eingeführt. Wer seine bisherige Aufgabe als Regionalbischof am Niederrhein übernimmt, ob und wenn ja wann es einen neuen Weihbischof geben wird – das wird das neue Jahr zeigen.

Am 1. Februar tritt zudem Pater Manfred Kollig sein neues Amt als Generalvikar im Erzbistum Berlin an. Damit wird eine Position frei, mit der wesentliche Entscheidungen für die Seelsorge im Bistum Münster verbunden sind: die Leitung der Hauptabteilung Seelsorge im Generalvikariat. Ob – wie in manchen anderen Bistümern geschehen – eine Frau die Nachfolge antritt?

375 Jahre alt wird im neuen Jahr die Wallfahrt in Kevelaer. Zahlreiche Veranstaltungen erinnern an dieses Jubiläum. Den Höhepunkt bildet eine Festwoche vom 31. Mai bis 11. Juni.