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Was bedeutet eigentlich das Wort „Frieden“?

Von „Schutz“ und „Sicherheit“ über „gern haben, schonen“ zur „Freiheit“. Das Wort Frieden hat eine sechstausendjährige Geschichte.

Je nachdem, wen man fragt, bekommt man sehr verschiedene Antworten auf die Frage, was denn eigentlich Friede(n) sei. Theologen und Philosophen stellen andere Aspekte in den Vordergrund als zum Beispiel Historiker, Politiker, Juristen, Psychologen oder Soziologen.

Jenseits solcher Definitionen steht Friede(n) als Wort, das eine Geschichte und damit auch einen Ursprung hat. Dieses Wort entstand vor langer Zeit, als die heute vielfach diskutierten Facetten des Friedens noch nicht im Fokus des Interesses standen.

Von „Schutz“ und „Sicherheit“ ...

Ungefähr im achten Jahrhundert kommt es im Altsächsischen, Altenglischen und Althochdeutschen als „frithu“ oder „fridu“ vor. Was wir heute mit „Frieden“ übersetzen, meinte damals auch „Schutz“ und „Sicherheit“. Daraus wurde zunächst Friede, später auch (in einer anderen Deklination) Frieden.

Heutzutage wird das Wort überwiegend in der Form Frieden verwendet. In der Liturgie heißt es aber immer noch in der älteren Form: „Der Friede sei mit euch.“

... über „gern haben, schonen“ ...

Man kann das Wort unterteilen in eine Basis Frie- und eine Endung -de(n). Bei letzterer handelt es sich um ein altes Wortbildungselement, eine sogenannte -tu-Ableitung, mit der abstrakte Wörter gebildet werden konnten, und zwar schon in indogermanischer Zeit, als es die Aufteilung in Sprachfamilien, aus denen dann die Einzelsprachen entstanden, noch nicht gab. Das war etwa im vierten Jahrtausend vor Christus. Auch die Begriffe Tod oder Flut enthalten in ihren Ursprungsformen eine solche -tu-Endung.

Im Fall von Frieden heißt die zugrunde liegende indogermanische Wurzel *prai-/*pri- und bedeutet „gern haben, schonen“. Daraus entstand, als sich die germanischen Sprachen bildeten, also kurz vor der Zeitenwende, das Wortfeld „frei“.

... zur Freiheit

Die, die man liebt und schont, sind frei und unabhängig. Friede(n) meint vom Ursprung des Wortes her also einen Zustand des Gernhabens und der Schonung, der Freiheit ermöglicht.

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