Kirche+Leben Lexikon

Was bedeutet Katechismus?

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Das Wort Katechismus kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Widerhallen“. Gemeint ist, dass die Botschaft Jesu in seinen Jüngern einen Widerhall findet. In der frühen Kirche bezeichnete das Wort Katechismus darum den Unterricht für Taufbewerber.

Seit dem 16. Jahrhundert bedeutet Katechismus ein Buch für die religiöse Bildung in Kirche, Familie und Schule, das eine kurze Zusammenfassung der christlichen Heilslehren enthält. 1528 tauchte der Begriff erstmals als Buchtitel auf. Ein Jahr später erschienen die bekanntesten Werke der Reformation, der Kleine und der Große Katechismus Martin Luthers, die heute noch von Bedeutung sind.

In der katholischen Kirche war bis ins 19. Jahrhundert das wichtigste Lehrbuch der „Catechismus Romanus“ von 1566. Das Werk war in der Lehrform von Frage und Antwort verfasst und eignete sich daher gut zum Auswendiglernen.

Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil entstanden neue Lehrbücher wie der „Holländische Katechismus“, die anders als frühere Katechismen kontroverse Themen und Fragen der Zeit theologisch differenziert ansprachen.

Nach dem Kirchenrecht, das den Begriff „Katechismus“ nicht definiert, können außer der Gesamtkirche auch Diözesanbischöfe, Bischofskonferenzen und andere Glieder der Kirche regionale Katechismen veröffentlichen.

Papst Johannes Paul II. gab 1992 den „Katechismus der Katholischen Kirche“ heraus, kurz „Weltkatechismus“ genannt. Der Papst will ihn als „sichere Norm für die Unterrichtung im Glauben“ und als „authentischer Bezugstext für die Darlegung der katholischen Lehre und in besonderer Weise für die Ausarbeitung der örtlichen Katechismen“ verstanden wissen.

Einen solchen regionalen „Katholischen Erwachsenen-Katechismus“ hat die Deutsche Bischofskonferenz in zwei Teilen herausgebracht: 1985 „Das Glaubensbekenntnis der Kirche“ und 1995 „Leben aus dem Glauben“.