Kirche+Leben Lexikon

Was bedeutet Wallfahrt?

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Wallfahrt und Pilgerschaft, das Unterwegs-Sein des Gläubigen auf dem Weg zu einem besonderen Zeugnisort des Glaubens, sind sozusagen eine „Urgebärde“ des Menschen - im Christentum ebenso zu Hause wie im Judentum oder Islam. Der Blick auf die Weltreligionen lehrt, dass die Wallfahrt keineswegs nur eine spezifische Ausdrucksform katholischer Frömmigkeit ist.

Wallfahrt im heutigen Sinn meint, dass Menschen aus der gewohnten häuslichen Umgebung aufbrechen, um neue Erfahrungen zu machen in der Anstrengung des Weges, der Stille, des Gebetes, der Meditation, des Gespräches mit anderen, die ebenfalls „auf dem Weg“ sind zu einem „Gnadenort“, wie die Christen sagen.

Gott besonders nahe

Früher wie heute sind Christen überzeugt, an bestimmten heiligen Stätten Gott besonders nahe zu sein: zum Beispiel im Heiligen Land, wo Jesus gelebt und gelehrt hat, gekreuzigt wurde und auferstand; an den Gräbern der Apostel und großer Heiliger wie Rom, Assisi oder Santiago de Compostela; an Orten, in denen verbürgtermaßen die Muttergottes in buchstäblich wunderbaren Zeichen zu den Menschen sprach und spricht: in Lourdes, Loreto und Fatima ebenso wie in Altötting, Kevelaer, Werl, Telgte, Bethen oder Eggerode; nicht zuletzt an Orten der besonderen Kreuz- und Christusverehrung - in der Diözese Münster etwa in Haltern, Stromberg und im niederrheinischen Kranenburg.

Das Bistum kennt mehr als 20 große und kleine Wallfahrtsorte, zu denen die Menschen aufbrechen. Die Wallfahrt, die Pilgerschaft, war und ist zutiefst Symbol für das Unterwegssein des Christen: „Ich freute mich, als man mir sagte: 'Zum Haus des Herrn wollen wir pilgern.'“ (Psalm 122,1)