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Pfarrer Ludger Jonas reagiert mit einer Idee auf gemeindelose Gottesdienste

Was, bitte, machen Gartenharke und Eisenbahn in Emsteks Kirche?

Die Kirche St. Margaretha ist wegen der Corona-Krise leer beim täglichen Gottesdienst. Aber Gläubige haben Symbole für ihre Anwesenheit hinterlassen, von Büchern bis zu Werkzeugen. | Foto: Annette Richter
In St. Margaretha Emstek haben Gläubige Symbole für ihre Anwesenheit hinterlassen
Die Kirche St. Margaretha ist wegen der Corona-Krise leer beim täglichen Gottesdienst. Aber Gläubige haben Symbole für ihre Anwesenheit hinterlassen, von Büchern bis zu Werkzeugen. | Foto: Annette Richter
Die Kirche St. Margaretha ist wegen der Corona-Krise leer beim täglichen Gottesdienst. Aber Gläubige haben Symbole für ihre Anwesenheit hinterlassen, von Büchern bis zu Werkzeugen. | Foto: Annette Richter
Die Kirche St. Margaretha ist wegen der Corona-Krise leer beim täglichen Gottesdienst. Aber Gläubige haben Symbole für ihre Anwesenheit hinterlassen, von Büchern bis zu Werkzeugen. | Foto: Annette Richter
Die Kirche St. Margaretha ist wegen der Corona-Krise leer beim täglichen Gottesdienst. Aber Gläubige haben Symbole für ihre Anwesenheit hinterlassen, von Büchern bis zu Werkzeugen. | Foto: Annette Richter
Die Kirche St. Margaretha ist wegen der Corona-Krise leer beim täglichen Gottesdienst. Aber Gläubige haben Symbole für ihre Anwesenheit hinterlassen, von Büchern bis zu Werkzeugen. | Foto: Annette Richter
Die Kirche St. Margaretha ist wegen der Corona-Krise leer beim täglichen Gottesdienst. Aber Gläubige haben Symbole für ihre Anwesenheit hinterlassen, von Büchern bis zu Werkzeugen. | Foto: Annette Richter
Die Kirche St. Margaretha ist wegen der Corona-Krise leer beim täglichen Gottesdienst. Aber Gläubige haben Symbole für ihre Anwesenheit hinterlassen, von Büchern bis zu Werkzeugen. | Foto: Annette Richter
Die Kirche St. Margaretha ist wegen der Corona-Krise leer beim täglichen Gottesdienst. Aber Gläubige haben Symbole für ihre Anwesenheit hinterlassen, von Büchern bis zu Werkzeugen. | Foto: Annette Richter
Die Kirche St. Margaretha ist wegen der Corona-Krise leer beim täglichen Gottesdienst. Aber Gläubige haben Symbole für ihre Anwesenheit hinterlassen, von Büchern bis zu Werkzeugen. | Foto: Annette Richter
Die Kirche St. Margaretha ist wegen der Corona-Krise leer beim täglichen Gottesdienst. Aber Gläubige haben Symbole für ihre Anwesenheit hinterlassen, von Büchern bis zu Werkzeugen. | Foto: Annette Richter
Die Kirche St. Margaretha ist wegen der Corona-Krise leer beim täglichen Gottesdienst. Aber Gläubige haben Symbole für ihre Anwesenheit hinterlassen, von Büchern bis zu Werkzeugen. | Foto: Annette Richter

Den täglichen Gottesdienst in Emstek feiert Pfarrer Ludger Jonas während der Corona-Krise allein. Aber er hat eingeladen, Symbole der Anwesenheit in die Kirchenbänke zu legen. Dort finden sich jetzt überraschend bunte Dinge.

Normalerweise hat Ludger Jonas jeden Tag völlig verschiedene Gesichter vor sich. Beim Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Margaretha Emstek (Kreis Cloppenburg) sieht der Pfarrer viele verschiedene Menschen, keiner ist wie der andere. Mit dieser Vielfalt ist es vorbei, seit er wegen der Infektionsgefahr mit dem Corona-Virus alle Gottesdienste allein feiert.

Damit wollte er sich nicht abfinden. „Das schmerzt uns sehr und etwas fehlt uns“, heißt es in einem Aufruf, den er an die Tür der Kirche gehängt hat. „Doch deshalb brauchen die Bänke nicht leer zu bleiben.“

Ziegelstein und Schraubenschlüssel

Denn tagsüber bleibt die Kirche für das persönliche Gebet geöffnet. Eine Chance also, „ein Symbol für sich, einen ganz persönlichen Gegenstand in die Kirchenbank zu legen“, schlägt Jonas vor. „Vielleicht genau in die Bank und auf den Platz, wo sie so gerne sitzen.“ Welches konkrete Symbol das sein könne? „Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt“, schreibt Jonas. „Hauptsache, es ist etwas von ihnen, das stellvertretend auf ihrem Platz liegt.“

Ein Aufruf, der ein großes Echo fand, wie Pfarrer Jonas „Kirche+Leben“ berichtet. Die Vielfalt der Symbole in den Kirchenbänken habe ihn völlig überrascht, sagt er. Neben einem Ziegelstein habe er ein Nummernschild gesehen, neben einem Rosenkranz eine Gartenharke gefunden, einen Reiseführer neben dem Waggon einer Modelleisenbahn, ein Hufeisen neben einem Schraubenzieher.

Jonas ist Priester und Therapeut

Die Kirche wirke auf eine ganz eigene Art lebendig, sagt Jonas. Zu den nicht-öffentlichen Gottesdiensten werde er weiter die Kirchentür schließen müssen, drinnen aber gebe es nun eine ganz andere Atmosphäre.

Die Idee kommt aus dem Zweitberuf des Pfarrers. Ludger Jonas ist zwar Gemeindeseelsorger und Domkapitular. Aber zugleich ist er ausgebildeter Therapeut, berät einmal die Woche in der Psychologischen Beratungsstelle des Bistums Osnabrück in Bersenbrück (Kreis Osnabrück).

Jonas: Symbole sind Platzhalter

Pfarrer Ludger Jonas. | Foto: bpvPfarrer Ludger Jonas. | Foto: bpv

In diesen seelsorglichen Angeboten arbeite er gerne mit Symbolen, berichtet Jonas.  Er rate etwa Menschen in tiefer Trauer, zum Beratungsgespräch einen Gegenstand mitzubringen, der sie an Verstorbene erinnere. Seine Erfahrung: „Das ist wirkmächtig, das bringt etwas in Gang, es hilft dabei, heil zu werden.“

So sei er auch auf den Gedanken gekommen, den Menschen seiner Gemeinde eine Möglichkeit zu bieten, „in dieser schweren, völlig ungewohnten und verunsichernden Situation“ Halt und Zuspruch zu erfahren.

Ein Symbol sei in dieser Lage so etwas wie ein „Platzhalter“, sagt der Pfarrer. Ein solcher Platzhalter könne Menschen in der Kirche vertreten und so doch noch „eine versammelte Gemeinde“ zusammenbringen.

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