Im Buch "Der Super-Papst" analysiert Thomas Jansen die bisherige Amtszeit

Was hat Papst Franziskus verändert?

Am 13. März 2013 wählte das Konklave den Argentinier Jorge Mario Bergoglio zum Bischof von Rom. Ein Papst der Superlative, denn er ist der erste Lateinamerikaner, der erste Jesuit, der erste außereuropäische Papst seit über 1200 Jahren und der erste, der sich nach Franz von Assisi benannt hat.

Das schreibt Thomas Jansen in seinem Buch „Der Super-Papst“. Der Autor kennt sich im Vatikan gut aus: Als Rom-Korrespondent der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) konnte er den Papst von seinem Amtsantritt an bis 2017 aus nächster Nähe miterleben.

Was ist bei Franziskus anders?

Bereits von Anfang an sorgte Franziskus mit seinem eher bescheidenen Auftritt für Bewunderung, gleichzeitig für Empörung. Was hat dieser Papst vor? Diese Frage stellten sich viele schon damals. Und noch heute rätseln sie darüber.

Franziskus will einen Wirbel in der Kirche. Das sei aber nicht revolutionär, denn schon seine beiden Vorgänger, Benedikt XVI. und Johannes Paul II., forderten dies, doch bei Franziskus geschieht es mit mehr Nachdruck. Er will eine „arme Kirche für arme Menschen“. Anstatt das nur zu fordern und zu ermahnen, lebt er es vor.

Umgang der Kirche mit Homosexuellen

Eines der größten Themen von Franziskus ist die Barmherzigkeit. Er benennt konkret, wie Menschen sie ausdrücken können. Schnell kamen bei Katholiken und auch darüber hinaus Hoffnungen auf, der Papst wolle die Kirche erneuern. Doch ebenso schnell kam wieder die Ernüchterung.

Thomas Jansen: „Der Super-Papst.Franziskus, die Stadt und der Erdkreis.“, 12,90 Euro, ISBN 978-3-89710-800-4 Sie können das Buch hier bestellen. | Cover:Bonifatius-Verlag
Thomas Jansen: „Der Super-Papst. Franziskus, die Stadt und der Erdkreis“, 12,90 Euro, ISBN 978-3-89710-800-4 | Dieses Buch bestellen... | Cover: Bonifatius-Verlag

Ein Beispiel ist der Umgang der katholischen Kirche mit Homosexuellen: „Wer bin ich, darüber zu urteilen?“ Mit dieser Aussage weckte Franziskus große Erwartungen.

Im Grunde, so Jansen, hat er damit aber lediglich gesagt, dass Gläubige Homosexuellen mit Respekt gegenübertreten sollen, was nicht gerade einer Neuerung entspricht. Damit hat Franziskus eine genauere Festlegung vermieden, denn nur praktizierte Homosexualität ist laut Katechismus eine Sünde. Die Haltung der Kirche hat sich in den letzten Jahren in diesem Punkt nicht geändert – auch wenn öfter und offener darüber gesprochen wurde.

Was kann sich noch ändern?

Ähnlich ist es bei den Themen Frauenpriestertum und Zölibat. Doch mit einer Kommission für die „Untersuchung des Diakonats von Frauen“ könnte sich die Kirche dem ein wenig weiter öffnen – ebenso nach der Amazonas-Synode im Herbst 2019, bei der eine Diskussion über die Zulassung von verheirateten, im Glauben bewährten Männern zur Priesterweihe erwartet wird.

Der Autor gibt zu, sich für Franziskus zu begeistern, möchte aber auch die Schattenseiten beleuchten. Unter anderem in den bereits genannten Beispielen berichtet er neutral darüber, ob Franziskus etwas verändert hat oder nicht.

Zwischen Zustimmung und Ablehnung

Doch Jansen schreibt auch, wo Franziskus die Kirche erneuert hat, etwa mit der Öffnung der Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene. Damit sorgte der Papst für Begeisterung, aber auch für Kritik und Widerstand.

Ebenso sticht Franziskus als politischer Papst hervor. Mit seinem „friedenspolitischen Engagement“ forderte er die Annäherung verfeindeter Staaten und eine atomwaffenfreie Welt. Auch in der Flüchtlings- und Klimapolitik bezieht der Papst klar Stellung.

Eine neutrale Übersicht über die Amtsjahre des Papstes

In weiteren Kapiteln thematisiert der Autor unter anderem den sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche, wie Franziskus zu Deutschland steht, seine Kritiker und die Ökumene.

Das Buch bietet  eine neutrale Übersicht über die bisherigen Amtsjahre von Papst Franziskus. Dabei ordnet der Autor die Themen in den größeren Zusammenhang ein, sodass auch Leser den Inhalt verstehen, die sich vorher nicht genauer mit dem Papst oder den Strukturen im Vatikan und der Kirche befasst haben.