Was ist das Fegefeuer?

Das Christentum lehrt ein Leben nach dem Tod und dieses Leben wird danach in Gottesnähe stattfinden. Dieser Ort der Gottesnähe wird als Himmel, Paradies oder himmlisches Jerusalem bezeichnet. Da aber nach katholischer Vorstellung nichts Unreines in den Himmel kommen kann, entstand die Vorstellung eines Prozesses sowie Ortes der Läuterung: Verstorbene stehen sogleich nach beziehungsweise im Tod vor Gericht. Der Begriff Fegfeuer (Lateinisch: purgatorium) steht für diesen Ort der Reinigung.

Im Katechismus der Katholischen Kirche heißt es unter der Nummer 1030 zum Fegfeuer: »Wer in der Gnade und Freundschaft Gottes stirbt, aber noch nicht vollkommen geläutert ist, ist zwar seines ewigen Heiles sicher, macht aber nach dem Tod eine Läuterung durch, um die Heiligkeit zu erlangen, die notwendig ist, in die Freude des Himmels eingehen zu können.«

Stets in Richtung Himmel...

Die Seelen sind nach katholischem Verständnis im Fegfeuer nicht endgültig festgehalten, sondern sie haben die Gewissheit, daraus entlassen zu werden – und zwar stets in Richtung Himmel. Die im Fegfeuer weilenden Seelen können eine Hilfe in den Gebeten und Fürbitten der Lebenden, bzw. Gläubigen finden, die dazu beitragen, die Zeit zu verkürzen, wie es das Konzil von Trient lehrt.

In der Bibel gibt es zwar keinen direkten Hinweis auf einen Ort, an dem die Reinigung Verstorbener geschieht, aber katholische Exegeten interpretieren 2 Makk 12,44f. als Hinweis auf eine Sühne nach dem Tod. Die Lehre vom Fegfeuer knüpft biblisch an 1 Kor. 3,13-15 an, wo die Werke des Einzelnen im Jüngsten Gericht im Feuer geprüft werden.

Seit dem 13. Jahrhundert allgemein bekannt;

Der Ausdruck »Purgatorium« ist erstmalig beim Erzbischof von Tours, Hildebert von Lavardin († 1133), nachweisbar. Seit dem 13. Jahrhundert ist das Gedankenmodell unter Theologen und in den Gemeinden allgemein bekannt; theologisch völlig ausgebildet findet sich die Lehre bei Thomas von Aquin († 1274).