Kirche+Leben Lexikon

Was ist die Sixtinische Kapelle?

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Die Kardinäle begeben sich zum Konklave an die wohl schönste und berühmteste Wahlstätte der Welt: Die Sixtinische Kapelle. Der zum Weltkulturerbe gehörende Sakralbau ist heute als Teil der Vatikanischen Museen mit jährlich rund fünf Millionen Menschen eines der meistbesuchten Bauwerke.

Bislang fanden 25 Konklave in der Sixtina statt, so viele wie an keinem anderen Ort, das erste im Jahr 1513. Johannes Paul II. schrieb die Sixtinische Kapelle 1996 als ausschließliche Wahlstätte fest. Bis 1878 fanden Konklave etwa auch im Apostolischen Palast, im römischen Quirinalspalast oder in anderen italienischen Städten wie Perugia oder Viterbo statt.

Die Deckenfresken der Sixtinischen Kapelle schuf Michelangelo von 1508 bis 1512. Der Zyklus aus neun Bildern illustriert die biblische Schöpfungsgeschichte. Das berühmteste Fresko ist die „Erschaffung Adams“. Es zeigt wie Gottvater mit ausgestrecktem Zeigefinger Adam zum Leben erweckt. 25 Jahre später stellte Michelangelo das „Jüngste Gericht“ an der Altarwand der Sixtina fertig.

Die Wände zieren Fresken, die bereits Ende des 15. Jahrhunderts entstanden. Sie stammen von Sandro Boticelli, Pietro Perugino, Domenico Ghirlandaio und Cosimo Rosselli und ihren Werkstätten. Sie zeigen Szenen aus dem Leben Jesu und Mose. Zwischen 1980 und 1994 wurden alle Fresken vollständig restauriert.

Den Namen verdankt die Sixtinische Kapelle Papst Sixtus IV. (1471-1484). Er ließ die antike Große Kapelle von 1477 bis 1480 umbauen.

Für ein Konklave werden Tische und Stühle für die wahlberechtigten Kardinäle aufgestellt, die jeweils mit vollständigem Namen eines Kardinals versehen sind. Zudem werden zwei Öfen installiert, in denen die Stimmzettel verbrannt werden und schwarzer oder weißer Rauch erzeugt wird.