Kirche+Leben Lexikon

Was ist eine Kongregation?

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Neben den „alten“ Mönchsorden (wie Benediktiner, Zisterzienser) und den im 12./13. Jahrhundert entstandenen „Bettelorden“ (wie Franziskaner, Dominikaner) entstanden ab dem 16. Jahrhundert neue Formen des Ordenslebens in religiösen Vereinigungen (lat: congregationes).

Ihre Mitglieder widmen sich – im Unterschied zu den auf Chorgebet, Gottesdienst, Predigttätigkeit und innerklösterliches Leben ausgerichteten alten Orden – vor allem konkreten Aufgaben außerhalb ihrer Klöster.

Beispiele sind sozial-caritativ tätige Gemeinschaften (Alexianerbrüder, Barmherzige Schwestern, Hospitalorden, Vinzentinerinnen, viele franziskanisch geprägte Schwesterngemeinschaften), Kongregationen mit Tätigkeitsschwerpunkt Jugendarbeit, Schule und Erziehung (Maria-Ward-Schwestern, Salesianer Don Boscos, Schulbrüder und Schulschwestern, Ursulinen), ausgesprochene Missionskongregationen (Steyler Missionare und Missionsschwestern, Missionsbenediktiner/innen, Missionsdominikanerinnen, Herz-Jesu-Missionare) und Gemeinschaften mit neuen seelsorglichen Tätigkeitsschwerpunkten wie z.B. Volks- und Gemeindemission (Redemptoristen, Pallottiner, Pallottinerinnen).

Die meisten Kongregationen entstanden im 19. Jahrhundert. Ihre Mitglieder legen die Gelübde des Gehorsams, der Armut und der Ehelosigkeit ab. Erst seit der Reform des Kirchenrechts von 1917/18 fanden die Kongregationen volle kirchliche Anerkennung wie die alten Orden.

Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil und der Kirchenrechtsreform von 1983 lautet der gemeinsame Oberbegriff für Orden und Kongregationen „instituta religiosa“.