Kirche+Leben Lexikon

Was passiert bei einer Bischofsweihe?

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Die Weihe eines Bischofs geschieht durch die Handauflegung dreier oder mehrerer Bischöfe. Neben diesem zentralen Ritus des Weihevorgangs sind die vorangehende Vorstellung des zu Weihenden, das Verlesen des päpstlichen Ernennungs-Schreibens, das Versprechen des Weihekandidaten, die Predigt und das Gebet der Gemeinde weitere Elemente.

Der Handauflegung schließen sich das Weihegebet, die Chrisam-Salbung des Geweihten, die Überreichung des Evangelienbuches, die Überreichung der bischöflichen Insignien sowie der Friedenskuss an. Bei der Weihe eines Diözesanbischofs wird dieser im Anschluss zur bischöflichen Cathedra, dem Sitz des Bischofs während des Gottesdienstes, geführt.

Mindestens zwei Mitkonsekratoren (weihende Bischöfe), der zu Weihende („Electus“) und zwei ihm assistierende Priester zelebrieren die so genannte „Konzelebrationsmesse“, in der ein Bischof geweiht wird. Fester Bestandteil dieser Feier ist die Eucharistie, die der Weihende und der Weihekandidat gemeinsam feiern. Neben der Handauflegung durch die drei Konsekratoren geschieht dies zusätzlich durch alle anderen anwesenden Bischöfe.

Lehrer und Verkünder des Gottesworts

Während des Weihegebets wird das Evangeliar auf das Haupt des zu Weihenden gelegt. Zu den bischöflichen Insignien, die überreicht werden, gehören neben dem Bischofsstab der Bischofsring, die Mitra und das Bischofs-Kreuz. Als so genannte Glaubensprüfung ist das ausführliche Glaubensbekenntnis des zu weihenden Bischofs zu deuten, der Lehrer und Verkünder des Gottesworts sein soll.

Der Ritus der Bischofsweihe wurde 1968 zusammen mit dem der Priester- und Diakonweihe vom Vatikan neu festgelegt und veröffentlicht. Darin wird zusätzlich geboten, dass die Weihe möglichst an einem Sonn- oder Feiertag stattfinden soll. Die Weihe geschieht in der Regel in der Hauptkirche eines Bistums am Sitz des Bischofes.