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Jens Joest über Möglichkeiten für eine oft übersehene Gruppe

Was Pfarreien für Singles tun können

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Ich bin Single. Mich gibt es in dieser Kirche nicht“ – auf diesen Kommentar hat unser Redakteur Jens Joest etliche Reaktionen bekommen. Mit einigen Anregungen.

Die katholische Kirche hat Singles nicht im Blick – selten habe ich so viele Reaktionen auf eine Beob­achtung in einem Kommentar bekommen. Es scheint ein Nerv getroffen. Und sämtliche Antworten waren zustimmend.

Eine Frau, die in einer kirchlichen Verwaltung arbeitet, sagt mir sinngemäß: „Unter meinen Kollegen sind gar nicht so wenige Singles. Aber die zuständige Abteilung schreibt lieber die fünfte Arbeitshilfe zur Familienpastoral, statt sich einmal mit dem Thema Singles zu beschäftigen.“

Fehlt es an Realitätswahrnehmung und Kreativität?

Das Erlebnis der jungen Frau macht mich traurig: Da weist eine kirchlich Beschäftigte ihre Kollegen, die Fachleute der entsprechende Stelle, auf ein Thema hin – ohne eine Reaktion.

Ein Einzelfall, hoffe ich. Von personalstarken Kirchenverwaltungen sollte die junge Frau mehr Flexibilität, Realitätswahrnehmung und Kreativität erwarten dürfen.

Gemeinsame Angebote von mehreren Pfarreien

Vielleicht müssen Ideen für Angebote für Singles ohnehin „von oben“ kommen, von der Bistums-Ebene oder als gemeinsame Aktion mehrerer Stadt-Pfarreien. Denn nicht jede Gemeinde dürfte genug Engagierte haben, um so etwas zusätzlich zu stemmen.

Vielleicht genügt aber auch einfach kreatives Nachdenken. Singles könnten sich sogar Familienkreisen anschließen, schreibt mir jemand – wenn diese sich inhaltlich ein bisschen öffnen mögen. Kinderliebe Singles taugen übrigens sogar als Babysitter.

Es geht nicht um abstrakte Pastoral

Vielen Alleinlebenden dürfte es gar nicht um so etwas Abstraktes wie eine spezielle Pastoral gehen, Kontakte scheinen viel wichtiger. Denn jenen Singles, die sich nicht gesehen fühlen, fehlen oft Möglichkeiten zum Reden, Lachen und – spätestens hier kommen Kirchengemeinden ins Spiel – für ihr Glaubensleben.

Solche Möglichkeiten und eine solche Offenheit müssen Menschen allerdings in jeder Gemeinde vorfinden können. Ob bei aufmerksam Zuhörenden im Pfarrbüro, beim Kontakt nach der Messe, am Grillstand beim Pfarrfest, in Frauengemeinschaften oder Kolpingfamilien.

Wahrnehmen, Wertschätzen, Willkommen-Heißen

Letztlich geht es um ein Gefühl des Wahrgenommen-Werdens. Darum, dass Gemeinden ausstrahlen: „Willkommen! Wir interessieren uns für Dich!“

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