Hoffnung auf „breite Legitimation“

Weihbischöfe und BDKJ rufen auf zur Wahl der Pfarreiräte

Zur Teilnahme an der Wahl der Pfarreiräte im Bistum Münster rufen die Weihbischöfe und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) die Katholiken auf. Am 11. und 12. November sind nach Bistumsangaben rund 1,7 Millionen Menschen ab 14 Jahren wahlberechtigt.

In Aufrufen mit ähnlichem Wortlaut für alle Bistumsregionen schreiben die Regionalbischöfe, sie hofften auf eine hohe Wahlbeteiligung: „So bekommt der Pfarreirat eine breite Legitimation, die Rückhalt für die bevorstehenden Aufgaben ist.“ Besonders bitten die Weihbischöfe Dieter Geerlings, Christoph Hegge, Rolf Lohmann und Stefan Zekorn die erstmals wahlberechtigten 14- und 15-Jährigen, zur Wahl zu gehen: „Sie sind die Zukunft der Kirche.“

„Ohne Ehrenamtliche kein kirchliches Leben“

2013 wurden nach Bistumsangaben im gesamten Bistum Münster fast 2.400 Frauen und Männer in die Pfarreiräte gewählt. „Die Kirche lebt vom Engagement der vielen Ehrenamtlichen in unseren Pfarreien, Verbänden und Einrichtungen. Ohne sie gäbe es kein kirchliches Leben“, betonen die Weihbischöfe.

Auch die allgemeine Briefwahl, für die sich rund 35 Pfarreien im Bistum Münster entschieden haben, soll die Wahlbeteiligung erhöhen. Sie lag 2013 laut Bistum bei 7,3 Prozent und 2009 bei 10,2 Prozent. In den Briefwahl-Pfarreien werden jedem Wahlberechtigten die Wahlunterlagen zugestellt.

In bayerischen Bistümern war die allgemeine Briefwahl offenbar erfolgreich. Die Bischöfliche Pressestelle Münster gibt an, im Bistum Eichstätt sei die Wahlbeteiligung von 18,2 auf 33 Prozent gestiegen, im Erzbistum München von elf auf 16,1 Prozent.

Besonderer Aufruf an 14- und 15-Jährige

Mit der Kampagne „Tu es!“ wendet sich der BDKJ an die 14- und 15-Jährigen, die nach der Absenkung des Wahlalters erstmals wählen dürfen. Nun könnten Jugendliche ihre Pfarrei auch über ihr Stimmrecht „mitgestalten und ihren Wünschen Gehör verschaffen“, erklärt Susanne Deusch, Geistliche Leiterin des BDKJ.

Der BDKJ sieht im gesenkten Wahlalter ein doppeltes Signal: Die Jugendlichen „nehmen wahr, dass sie ernst genommen werden – Außenstehende registrieren, dass Kirche sich bewegt“, sagt Deusch. Deshalb solle der Erfolg der Maßnahme nicht nur an der Wahlbeteiligung gemessen werden.