„Christus braucht Zeugen, keine Aktivisten“

Weihbischof Christoph Hegge weiht neuen Altar in Velen

Als die Flammen fast zeitgleich hochschossen, stockte einigen für den Moment der Atem. Die meisten Mitfeiernden hatten ein solches Ereignis inmitten einer Kirche noch nie erlebt: Weihbischof Christoph Hegge hat den neuen Altar in der umgestalteten St.-Andreas-Pfarrkirche in Velen geweiht.

Er wünschte der trotz Sommerferien zahlreich versammelten Gemeinde, dass „das Wort des Herrn, das uns immer wieder um den Altar versammelt, Ihr Leben prägt und Ihnen Kraft und Freude schenkt – auch im Alltag.“ Christus brauche Zeugen, die auch in der Stille hinhörten und „keine Aktivisten, die sich ins Leere hinein verausgaben“, betonte Hegge. 

Uraltes Ritual mit Reliquien, Öl und Feuer

Pfarrer Karl Döcker bezeichnete die Pfarrkirche als einen Ort, der „Heimat für viele Menschen in Velen ist“. Eine Heimat, die nach fünf Jahren überlegen, rechnen, planen und umsetzen nun in schlichtem Glanz erstrahlt. Zu Beginn der Weihe überreichte Döcker dem Weihbischof Reliquien der heiligen Ursula und des heiligen Nicostratus, die in den Altar eingelassen wurden.

Anschließend besprengte Hegge den Altar mit Weihwasser und salbte ihn mit Chrisamöl. Auf die fünf Kreuze, die an die Wundmale Christi, sein Leiden und seine Auferstehung erinnern, stellte er Schalen mit Weihrauch, die mit der Flamme der Osterkerze entzündet wurden. Nach einem Gebet deckte der Weihbischof den Altar und feierte mit der Gemeinde die erste Eucharistie.

Am Ende des Gottesdienstes lobte Döcker besonders das Engagement der 16-köpfigen Projektgruppe „St. Andreas“. Bei der evangelischen Kirchengemeinde bedankte er sich für die Gastfreundschaft während der Schließung der katholischen Pfarrkirche.