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Wie läuft es mit den Pastoralen Räumen? (5) - Oldenburger Land

Weihbischof diskutiert mit jeder Pfarrei einzeln über Pastorale Räume

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In Garrel wurden Bedenken laut. Im Gespräch mit Weihbischof Wilfried Theising, Seelsorgeamtsleiter Markus Wonka und Finanzdirektor Michael gr. Hackmann konnten Kirchenausschuss, Pfarreirat und Seelsorgeteam schon im März zu den geplanten Pastoralen Räumen im Oldenburger Land Stellung nehmen. Auch zum Vorschlag, die 7.500 Mitglieder zählende St.-Johannes-Pfarrei künftig dem neuen „Pastoralen Raum II“ zuzuordnen, mit Friesoythe, Bad Zwischenahn, Westerstede, Barßel, Ramsloh und Bösel.

Das behagt zahlreichen Garrelern nicht. „Die Verbindungen nach Cloppenburg sind deutlich enger als nach Friesoythe, zum Beispiel zu den Schulen“, erklärt Hubert Looschen, Ständiger Diakon in Garrel. Deshalb wollten viele lieber in den „Pastoralen Raum V“, an den Garrel im Süden grenzt. Auch wenn das die beiden Pastoralen Räume zahlenmäßig in ein Ungleichgewicht brächte.

Gespräche je nach Bedarf

Keine Frage – es sind nicht immer einfache Gespräche, die die dreiköpfige Offizialats-Delegation derzeit nacheinander in allen 41 Pfarreien im Offizialatsbezirk führt und noch bis ins Jahr 2023 führen wird. Um die geplante Weiterentwicklung der pastoralen Strukturen zu erklären und die Vorschläge und Wünsche der Gemeinden anzuhören. Denn deren genauer Zuschnitt ist anders als die Zahl der Pastoralen Räume noch nicht in Stein gemeißelt.

Die Garreler Bedenken haben die Delegation dabei nicht überrascht. „Wir haben in dem geplanten Raum begonnen, von dem wir wissen, dass am meisten Gesprächsbedarf bezüglich der Zuordnung besteht“, erklärt Markus Wonka im Gespräch mit „Kirche-und-Leben.de“. Das sei der Pastorale Raum II im Westen rund um Friesoythe.

Respekt vor der Aufgabe ist gewachsen

Weihbischof Wilfried Theising (rechts), Offizialats-Finanzdirektor Michael gr. Hackmann (links) und Seelsorgeamtsleiter Markus Wonka bilden die Delegation, die noch bis 2023 zu Gesprächen in den 41 Pfarreien des Oldenburger Landes unterwegs ist. | Fotos: Bischöfliche Pressestelle Vechta, Michael Rottmann
Weihbischof Wilfried Theising (rechts), Offizialats-Finanzdirektor Michael gr. Hackmann (links) und Seelsorgeamtsleiter Markus Wonka bilden die Delegation, die noch bis 2023 zu Gesprächen in den 41 Pfarreien des Oldenburger Landes unterwegs ist. | Fotos: Bischöfliche Pressestelle Vechta, Michael Rottmann

Nach den ersten Gesprächen – bis zur Sommerpause Ende Juni werden zwölf Gemeindegespräche stattgefunden haben – ist der Respekt des Seelsorgeamtsleiters vor der Aufgabe gewachsen. „Die Herausforderung ist deutlich größer als ich dachte“, sagte er im Gespräch mit „Kirche-und-Leben.de“. Dabei spielten auch „Altlasten“ eine Rolle. „Vorbehalte, die noch herrühren aus der Zeit der Fusionierungen der Vergangenheit. Da versuchen wir, neues Vertrauen zu schaffen.“

Markus Wonka sieht sich durch die bisherigen Begegnungen aber auch ermutigt. „Die Gespräche zeigen uns, dass Gemeinden bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.“ Er macht das etwa an Fragen und Sorgen fest: Wie kann kirchliches Leben mit immer weniger oder gar ohne Hauptamtliche vor Ort bewahrt werden? Wie kann verhindert werden, dass am Ende der Schwerpunkt innerhalb eines Pastoralen Raums zu sehr auf einem zentralen Ort liegt?

Interesse der Gemeinden macht Mut

Auch der Wunsch nach Qualifikation macht dem Seelsorgeamtsleiter Mut. Die Aufforderung: Sorgt dafür, dass wir auch mit weniger hauptamtlichen Seelsorgern in der Lage sind, unsere Gemeinde lebendig zu erhalten! Die Delegation kann dann etwa auf die Katholische Akademie Stapelfeld und das Antoniushaus in Vechta verweisen, die den Prozess mit Schulungen für Ehrenamtliche begleiten sollen, etwa in den Bereichen Liturgie oder Katechese. „Damit die, die sich engagieren wollen, das tun können, was sie tun wollen.“

Das ist den Verantwortlichen im Offizialat wichtig. „Denn wir möchten nicht, dass es in einem Pastoralen Raum irgendwann an einem Samstag oder Sonntag nur noch ein oder zwei Eucharistiefeiern gibt und alle dann dorthin pilgern.“ Sondern dass, wenn schon nicht immer eine Eucharistiefeier, etwas Anderes vor Ort stattfinden könne.

Lob für ehrliche Bestandsaufnahme

Die Gemeinden wollen ihre Gestaltungsspielräume wahrnehmen. Und noch etwas ermutigt den Seelsorgeamtsleiter: „Wir erleben viel Dankbarkeit dafür, dass wir uns einer so ehrlichen Bestandsaufnahme stellen und bereit sind, daraus Konsequenzen zu ziehen.“

Ursprünglich hätten die Gespräche mit den 41 oldenburgischen Pfarreien bis Ende 2021 abgeschlossen sein sollen. Wegen der Pandemie wurde der Beginn der Besuche verschoben, damit alle Treffen in Präsenz stattfinden können. Bei den Besuchen kommen Kirchenausschuss, Pfarreirat und Pastoralteam zu einem gemeinsamen Treffen mit Weihbischof Theising, Seelsorgeamtsleiter Wonka und Offizialats-Finanzdirektor gr. Hackmann zusammen.

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