Neujahrsempfang des Regionalbischofs mit überraschend politischer Diskussion

Weihbischof Theising verteidigt katholische Grundschulen in Vechta

Weihbischof Wilfried Theising hat nachdrücklich seinen Einsatz für die katholischen Grundschulen in Vechta verteidigt. Bei seinem Neujahrsempfang sagte der Bischöfliche Offizial für den oldenburgischen Teil des Bistums Münster, solche Schulen seien „ein Segen“ und wichtig für „die Vielfalt der Schullandschaft“. Deshalb habe er sich im Herbst bei einer Diskussion um diese staatlichen Schulen auch öffentlich zu Wort gemeldet.

Zuvor hatte Berthold Knipper, früher Leiter eine Oberschule in Vechta, nach der Neujahrsansprache des Weihbischofs diese Stellungnahme angesichts der Schulprobleme in Vechta als „unglücklich“ kritisiert; Weihbischof Theising hatte das Thema zunächst nicht angesprochen.

Katholische Grundschulen bleiben katholisch

Im Herbst hatten an den fünf katholischen und der evangelischen Grundschule die Eltern abgestimmt, ob sie in Gemeinschaftsgrundschulen umgewandelt werden sollten. Die Abstimmung war notwendig geworden, weil der Anteil von Kindern anderer Konfession an vier der fünf katholischen Bekenntnis-Grundschulen seit mehr als vier Jahren über 30 Prozent liegt.

Die Stadtverwaltung hatte bei einem positiven Votum die Grenzen der Schulbezirke neu ziehen wollen, um so Kinder mit ausländischen Wurzeln anders auf alle Schulen im Stadtgebiet verteilen zu können. Derzeit liegt der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund an einer der beiden nicht konfessionell gebundenen Grundschulen bei 80 Prozent. Die Eltern hatte sich bei dieser Abstimmung aber mit Mehrheit gegen eine solche Umwandlung ausgesprochen.

Grundschulen spielen in Diaspora wichtige Rolle

Diese Bekenntnisschulen seien der Kirche in einem Konkordat mit dem Land Niedersachsen zugesichert, betonte Weihbischof Theising. Im Oldenburger Land leisteten 60 dieser Schulen „gute Arbeit“. Theising rief dazu auf, den Blick über die Stadt Vechta hinaus zu weiten und die Rolle dieser Schulen anderswo zu sehen. „In der Diaspora haben sie eine ganz besondere Bedeutung“, sagte der Weihbischof. Bei seiner bischöflichen Visitation in der Stadt Oldenburg habe er jetzt die drei katholischen Grundschulen besucht; dort habe man ihm für seinen Einsatz ausdrücklich gedankt.

Die Kirche sehe in Vechta das Problem der Grundschule mit nur 20 Prozent deutscher Schüler, sagte Theising. Sie sei deshalb bereit, mit ihrer Erfahrung der Stadt Vechta Hilfe zu leisten bei der Lösung des Problems. „Wir wollen uns da mit aller Kraft einbringen, wenn es gewünscht wird.“ Erste Gespräche mit der Stadt seien für den Beginn dieses Jahres geplant.

Ehrenamtlichen gedankt für Treue in schwieriger Lage

Zuvor hatte Weihbischof Theising in seiner Neujahrsansprache allen Menschen gedankt, die sich in der Kirche des Oldenburger Landes ehrenamtlich einsetzten. Es sei „vielleicht nicht immer leicht“, in einer so schwierigen Lage bei einer Kirche zu sein, die so stark unter Kritik stehe, „und dann noch unter einer berechtigten Kritik“. Angesichts der aktuellen Diskussion um den Missbrauch von Minderjährigen durch Geistliche sei das  „nicht selbstverständlich“.

Als herausragendes Ereignis des vergangenen Jahres wertete Theising den Katholikentag in Münster. Die oldenburgische Kirche habe sich dort „beeindruckend und vielfältig“ dargestellt. Im Verhältnis zu ihrer Größe hätten sich die Katholiken der Region sicher überdurchschnittlich eingesetzt.

Theising würdigte auch den Oldenburger Kolpingtag in Rüschendorf, er habe als Teilnehmer dort „ein wunderbares Ereignis“ erlebt mit beeindruckenden Zahlen. Er sei „stolz“, wie stark die Kirche in der Region in ihrer Verbändestruktur sei. Mit ihrer Lebendigkeit würden diese Treffen beitragen zu einer Stärkung der Kirche.