Predigt im Paulusdom zum Weltgebetstag für geistliche Berufe

Weihbischof Zekorn wirbt um Verständnis für den Zölibat

Weihbischof Zekorn hat zum Weltgebetstag für geistliche Berufe um Verständnis für die priesterliche Lebensform der Ehelosigkeit und des Gehorsams geworben. In der Predigt am Sonntag im Paulusdom in Münster räumte er aber ein, dass der Zölibat häufig als sonderbar angesehen werde. 

Für die meisten Menschen sei die sexuelle Enthaltsamkeit aus Liebe zu Gott und ein Leben aus Gehorsam im Vertrauen auf Gott „einfach bescheuert und völlig aus der Zeit gefallen“, formulierte es der Regionalbischof für Münster, Warendorf und Coesfeld: „Und wir sollen jetzt also darum beten, dass es Menschen gibt, die so leben sollen?“ Das sei aus rein menschlicher Perspektive höchst sonderbar.

Doch es gebe noch eine weitere Ebene in der Diskussion um diese Lebensform: „Ich lebe so, weil ich erfahre, dass die Beziehung zu Gott meine Sehnsucht nach Geborgenheit beruhigt und erfüllt“, gab der Weihbischof sehr persönliche Einblicke.

Zekorn: Gehorsam ist nicht leicht

Er bemühe sich auch um ein Leben in Gehorsam, was ihm oft nicht leicht falle, da er zu vielem eine eigene Meinung habe. Er habe aber erfahren, dass der Weg Gottes der bessere sei: „Wenn ich mich auf die Menschen einlasse, und erst dann mit meinen eigenen Ideen komme und sie einbringe.“

Außerdem strebe er nach einem einfachen Lebensstil: „ Aber nicht, weil ich keinen Spaß hätte an teuren Reisen, schicken Möbeln und tollen Musikanlagen oder sonst was. Sondern weil ich erfahre, dass es mein Leben freier macht, wenn ich in möglichst Vielem nach Einfachheit suche.“

Ob man nun Jesus nachfolge und sexuell enthaltsam, gehorsam und einfach lebe, oder ob man Jesus in einem mehr normalen Leben Raum gebe, es gelte stets: „Die Nachfolge Jesu ist immer eine Alternative zum gesellschaftlichen Mainstream.“ Es brauche Menschen, bei denen man etwas davon sehen könne, dass sie anders lebten: „Daher ist es sinnvoll, dafür zu beten, dass es Menschen gibt, die durch ihr ganzes Leben Zeugnis geben von der Wirklichkeit Gottes als einer anderen Wirklichkeit, die unsere alltägliche Realität übersteigt.“