Fachtagung am 17. und 18. Mai in Münster

Welche Facetten haben sexualisierte und rituelle Gewalt?

Dass es sie gibt, steht nach 20 Jahren Forschung und Ermittlung außer Frage: Satanisten und Gruppen, die rituelle Gewalt anwenden. Die Fachstelle Sekten und Weltanschauungsfragen im Bistum Münster widmet sich alle zwei Jahre mit einer Fachtagung unterschiedlichen Aspekten dem Thema „Rituelle Gewalt.“

Nach Angeben von Brigitte Hahn vom Referat Sekten- und Weltanschauungsfragen handelt es sich um Gruppen, bei denen Gewalt Teil ihres Auftrags, ihrer Identität und ihres Verhaltens ist. Sie missbrauchen Kinder, fügen ihnen extreme Schmerzen zu und machen sie mit Ekeltrainings gefügig, sich an körperliche und sexualisierte Gewalt zu gewöhnen.

Worum geht es?

Wie schaffen Betroffene den Ausstieg? Welche körperlichen und seelischen Folgen haben die Anwendung ritueller Gewalt? Unter dem Thema „Das Schöne in meiner Seele hat überlebt“ diskutieren Therapeuten, Vertreter von Behörden, Polizei und Justiz sowie Multiplikatoren und Betroffene über „Facetten sexualisierter und ritueller Gewalt“ vom 17. bis 18. Mai in der Katholischen Hochschule NRW, Abteilung Münster, Piusallee 89.

Brigitte Hahn verdeutlicht in einer Einführung, wie die Kulte systematisch zu Werke gehen, um ihre sexuellen und rituellen Gewalt-Fantasien auszuleben. Alexander Jatzko von der Klinik für Psychosomatik in Kaiserslautern spricht über praktische Erfahrungen und hirnphysiologische Befunde bei Überlebenden ritueller Gewalt.

Digitale Selbstverteidigung

Die Teilnehmer haben außerdem die Möglichkeit, sich neun unterschiedlichen Arbeitsgruppen anzuschließen. Die Bandbreite reicht von „Digitaler Selbstverteidigung – Sicherheit online für Menschen, die im Kontext von ritueller Gewalt arbeiten“ bis zur Diagnostik von Traumafolgestörungen. Weitere Angebote sind Vorträge zur Früherkennung der Folgen extremer Gewalt bei Kindern und Jugendlichen, sowie Gesprächskreise mit Betroffenen und Augenzeugen.

Veranstaltet wird die Tagung vom Bischöflichen Generalvikariat Münster, dem Beratungsdienst Sekten- und Weltanschauungsfragen und dem Arbeitskreis Rituelle Gewalt der Bistümer Münster, Osnabrück und Essen. Unterstützt wird die Tagung unter anderem von den Lebensberatungsstellen des Bistums Münster und von der katholischen Hochschule Münster.

Anmeldung und Information bis zum 30. April unter Telefon 0251/ 49517021 und www.bistum-muenster.de/sekten