Gottesdienst auf der Uferpromenade von Panama-Stadt

Weltjugendtag eröffnet: „Jugend ist Kirche der Hoffnung“

Mit einem Gottesdienst unter freiem Himmel hat in Panama-Stadt der katholische Weltjugendtag begonnen. Erzbischof José Domingo Ulloa Mendieta dankte den Jugendlichen aus aller Welt für ihr Kommen. „Ihr seid eine neue Kirche, eine Kirche der Hoffnung“, rief er den Zehntausenden auf der Uferpromenade von Panama-Stadt zu. Panama empfange sie mit offenen Herzen, „damit jeder von euch eine Begegnung mit Jesus erlebt“.

Der Erzbischof erinnerte an die Perspektivlosigkeit vieler junger Menschen in Lateinamerika. Viele wählten die Migration, um ihre Hoffnungen in anderen Ländern zu verwirklichen. Dabei würden sie von Drogen- und Menschenhandel bedroht. Die Jugendlichen rief er auf, sich nicht indoktrinieren zu lassen und keinem „falschen Glück“ zu folgen, das nur in Verzweiflung enden könne. Die Begegnung mit Jesus vermittle dagegen wahres Glück.

„Habt Mut, Heilige in der Welt von heute zu sein“

Ulloa appellierte an die Pilger, ihre Vision einer besseren Welt nie aufzugeben. „Die Kirche vertraut auf euch als Protagonisten der Veränderung.“ Die Jugendlichen müssten eine Führungsrolle im Kampf für Gerechtigkeit übernehmen und sollten sich dabei an der christlichen Soziallehre orientieren. „Habt den Mut, Heilige zu sein in der heutigen Welt“, so der Erzbischof.

Zum Weltjugendtag werden rund 150.000 Teilnehmer aus mehr als 150 Ländern erwartet, weniger als zunächst angemeldet. Die Organisatoren führen das insbesondere auf die durch Bandenkriminalität angespannte Sicherheitslage in Mittelamerika zurück. Aus Deutschland sind 2.300 Pilger nach Panama gereist. Den größten Anteil der Pilger stellen Kolumbien, Brasilien, Costa Rica, Mexiko und Polen, hieß es. 20.000 nationale und 2.445 internationale Freiwillige helfen bei dem Treffen im Hintergrund. 480 Bischöfe aus aller Welt werden erwartet.

„Wir sind Kirche“: Auch Sexualmoral hinterfragen

In Deutschland forderte die Laienbewegung „Wir sind Kirche“, auch die katholische Sexuallehre und das Thema sexualisierte Gewalt in der Kirche bei dem Treffen zu hinterfragen. „Dieses Thema ist in vielen Ländern immer noch tabuisiert“, hieß es in einer Erklärung. Dabei komme es nicht nur auf den Papst an, sondern auf jeden einzelnen Bischof.