Franziskus erinnert an Leiden junger Menschen

Weltjugendtag in Panama: Papst betet Kreuzweg

In Panama hat Papst Franziskus beim traditionellen Weltjugendtags-Kreuzweg an die Leiden junger Menschen weltweit erinnert. Viele würden um ihr Recht auf eine Kindheit, Familie und Bildung betrogen oder als Migranten für soziale Übel verantwortlich gemacht, sagte der Papst. Weiter beklagte er Ausbeutung und Missbrauch Jugendlicher durch Personen, die sich als Mitarbeiter Christi bezeichneten.

An der Gebetsfeier an einem 2,5 Kilometer langen Abschnitt der Küstenpromenade Panamas nahmen junge Katholiken aus aller Welt teil. Im Programm der katholischen Weltjugendtage ist der Freitag jeweils vom Thema Buße und Vergebung geprägt. Am Samstag erreicht das internationale Treffen mit einer abendlichen Feier auf einem Freigelände im Osten von Panama-Stadt seinen stimmungsvollen Höhepunkt.

Beichte im Jugendgefängnis

Die kirchlichen Organisatoren bezifferten die registrierten Pilger zuletzt mit 86.000. Zu den zentralen Veranstaltungen kamen aber teils ein Mehrfaches. Am Freitagmorgen hatte Papst Franziskus eine Jugendhaftanstalt in der Hauptstadtregion besucht. Dabei kritisierte er ein Gerechtigkeitsverständnis, das auf Ausgrenzung und Isolierung setze.

Eine Gesellschaft werde krank, wenn sie nicht imstande sei, sich über die Besserung ehemaliger Straftäter zu freuen, sagte der Papst. Franziskus hörte persönlich die Beichten von fünf Insassen und spendete ihnen das Sakrament der Versöhnung. Das Jugendgefängnis Las Garzas de Pacora gilt mit seinem umfassenden Ausbildungs- und Wiedereingliederungsprogramm als vorbildlich im Strafvollzug.

„Durch Drogen, Alkohol und Prostitution gefangen“

Beim Kreuzweg an der Cinta Costera, der zentralen Verkehrsader an der Küste Panamas, sagte Franziskus, der Kreuzweg Jesu setze sich fort in den vielen jungen Menschen und Familien, die durch Drogen, Alkohol, Prostitution und Menschenhandel in der „Spirale des Todes“ gefangen seien. Das Leiden Jesu finde sich auch in abgetriebenen Kindern und misshandelten oder ausgebeuteten Frauen sowie in jungen Menschen, denen durch Mangel an Bildung und würdiger Arbeit ihre Hoffnungen entrissen würden.

Konformismus nannte der Papst eine der am meisten verbreiteten Drogen unserer Zeit. Man dürfe „nicht schweigen angesichts einer Kultur der Misshandlung und des Missbrauchs“. Ferner beklagte er einen - so wörtlich - „wahnsinnigen Konsum“, der die Erde mit Füßen trete.

Junge Venezolaner sprechen über Flüchtlinge und Migranten

Die 14 Stationen des Kreuzwegs wurden mit Gebeten und Meditationen von Gruppen aus Nord-, Zentral- und Südamerika gestaltet. Unter anderem sprachen junge Venezolaner über die Leiden von Flüchtlingen und Migranten. Auf die politische Krise in dem Land wollte Vatikansprecher Alessandro Gisotti bei einem Briefing am Freitag nicht weiter eingehen.

Auf die Frage nach der Haltung des Vatikan sagte er, man bete für die Menschen in Venezuela. Ansonsten verwies er auf eine Erklärung vom Vortag, der Heilige Stuhl unterstütze „sämtliche Anstrengungen, die der Bevölkerung weiteres Leid ersparen“. Franziskus hält sich noch bis Sonntag in dem zentralamerikanischen Land auf. Zum Abschluss feiert er eine Messe, zu der Hunderttausende Gläubige erwartet werden.