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Bei Weltkirchentreffen in Karlsruhe kein echter Dialog russischer und ukrainischer Christen

Weltkirchenrat: Russland führt in Ukraine ungerechtfertigten Krieg

  • Der Weltkirchenrat hat den russischen Krieg in der Ukraine verurteilt.
  • Der "illegale" und "ungerechtfertigte" Krieg müsse sofort beendet werden, die russischen Truppen müssten sich zurückziehen, heißt es in einer Resolution.
  • Sie wurde zum Abschluss der Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen in Karlsruhe verabschiedet.
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Der Weltkirchenrat hat den russischen Krieg in der Ukraine verurteilt. Der "illegale" und "ungerechtfertigte" Krieg müsse sofort beendet werden, die russischen Truppen müssten sich zurückziehen, heißt es in einer zum Abschluss der Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) in Karlsruhe verabschiedeten Resolution.

Der Weltkirchenrat beklagt das Leiden und Sterben sowie die Vertreibung der Zivilbevölkerung. Er benennt auch die globalen Folgen der Konfrontation, darunter beispielsweise die steigenden Lebensmittelpreise, die vor allem arme Gesellschaften hart treffen würden.

Was Europa tun soll

Die europäischen Staaten werden aufgefordert, die "wachsende Militarisierung, Konfrontation und Waffenlieferungen" zu stoppen und stattdessen in zivile Friedenssicherungen zu investieren. Der Dachverband von 350 Kirchen und christlichen Gemeinschaften, darunter viele orthodoxe Kirchen, verpflichtet sich selbst zu intensiveren Bemühungen für Frieden und Dialog.

Zugleich räumt der ÖRK ein, Begegnungen von russischen und ukrainischen Christen während der Vollversammlung hätten keine echten Fortschritte gebracht. Die ursprünglich in der Resolution geplante Formulierung über einen "ergebnisorientierten Dialog" zwischen Russen und Ukrainern wurde in der verabschiedeten Endfassung gestrichen. Die ÖRK-Resolution ruft stattdessen nun auch die Christen in Russland dazu auf, dem Krieg laut und deutlich zu widersprechen.

Vorwürfe eines russischen Delegierten

Während der Versammlung hatten Vertreter aus der Ukraine gesagt, sie stünden für echten Dialog bereit, wollten aber nicht die "immer gleichen Lügen und Propaganda aus Moskau" anhören. Ein Dialog sei schwierig, wenn das Gegenüber das eigene Existenzrecht bestreite.

Ein russischer Delegierter warf der ÖRK-Versammlung vor, "einseitig" auf den Konflikt zu schauen und die wirklichen Kriegsursachen nicht zu erkennen. Während der Resolutionstext erarbeitet und abgestimmt wurde, signalisierten die russisch-orthodoxen Christen zwar Widerspruch zum Text, meldeten sich aber nicht mehr zu Wort.

Reaktion aus Moskau
Der Außenamtschef des orthodoxen Moskauer Patriarchats, Metropolit Antonij, sagte, die russische Delegation habe die Resolution zwar "nicht unterstützen" können. "Gleichzeitig sind wir vorsichtig optimistisch, was die Position des Ökumenischen Rats der Kirchen betrifft", so eine in Moskau veröffentlichten Erklärung. Denn beim Ukraine-Konflikt habe der ÖRK "trotz des beispiellosen politischen Drucks" unter anderen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf Anschuldigungen gegen die russisch-orthodoxe Kirche verzichtet und die "große humanitäre Mission" des Moskauer Patriarchats für Flüchtlinge und Opfer des Konflikts anerkannt.

Update 18 Uhr: Kasten mit Reaktion aus Moskau

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