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Die katholische Initiative erhielt den Jugendpreis des Westfälischen Friedens. Was der Kurienkardinal sagt und wie die Preisträger reagieren.
Die katholische Initiative „Socio Movens. Giving Europe a Soul“ hat am 1. Oktober den Internationalen Jugendpreis des Westfälischen Friedens 2026 bekommen. Das Netzwerk fördert soziales Engagement Jugendlicher und Verständigung vor allem in Mittel- und Osteuropa.
„Es ist total schön, dass unsere Arbeit auf diese Weise gesehen und gewürdigt wird“, sagt Claudia Schwarz, Vorstandsvorsitzende der Stiftung „Socio Movens“, nach Angaben der Bischöflichen Pressestelle Münster. Die Laudatio auf die Bewegung hielt am Donnerstagabend Kurienkardinal Michael Czerny.
Kardinal Czerny: Bewegung bringt Menschen zusammen
„Socio Movens“ verstehe Europa als wirtschaftliche und politische Gemeinschaft, aber auch als Gemeinschaft, die auf Menschenwürde, Solidarität, gemeinsamer Verantwortung und Sorge für Europa gegründet sei, so Czerny. Die Bewegung bringe junge Menschen aus Europa zusammen und fördere den Dialog zwischen Kirche, Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Dabei verbinde die Bewegung den christlichen Glauben mit konkretem Handeln und geistliche Bildung mit sozialem Engagement.
„,Socio Movens‘ lehrt seine jungen Mitglieder, die Zeichen der Zeit zu lesen, weckt Berufungen zum Dienst am Gemeinwohl und lädt junge Menschen ein, Verantwortung als Ausdruck authentischer christlicher Freiheit zu übernehmen“, sagte der Kardinal den Angaben zufolge. „Den Armen und Verletzlichen zu begegnen, die Ausgeschlossenen und Vertriebenen willkommen zu heißen, jene zu begleiten, die Not und Ungerechtigkeit erleiden, gehört zur Sendung der Kirche, jedes einzelnen Christen und jeder einzelnen Christin.“ „Socio Movens“ helfe Europa, ein lebenswerterer Ort zu werden.
Engagierte aus Zagreb: Bekomme mehr zurück, als ich gebe
Pfarrer Matthias Hembrock aus Bocholt, Kuratoriumsmitglied der Stiftung „Socio Movens“, sagte laut Pressestelle, die Jugendlichen würden „für das ausgezeichnet, was sie tun - im Miteinander, in der Hilfe für Ausgegrenzte. Das ist genauso wichtig für Europa wie das Politische und das Militärische.“ Den Hauptpreis des Westfälischen Friedenspreises 2026 hatte das Verteidigungsbündnis Nato erhalten.
Mit Schwarz und Hembrock waren junge Engagierte von „Socio Movens“ aus verschiedenen Projektländern nach Münster gekommen. Anna aus Zagreb zählte zu den drei Personen, die den Preis auf der Bühne entgegennahmen. Ihr Engagement gebe ihr so viel mehr zurück, als sie selbst investiere, sagte sie: „Das Engagement hilft mir, die Person zu werden, die ich sein möchte.“
Bischof Heiner Wilmer, der unter den Gästen war, freute sich über die Auszeichnung für „Socio Movens“: „Diese jungen Menschen sind großartig, weil ihnen klar ist: Frieden kommt nicht automatisch, er fällt nicht vom Himmel. Wir müssen etwas tun. Frieden entsteht vor allem dann, wenn wir Grenzen überschreitend miteinander sprechen und zusammenhalten.“