Mein Denkmal und ich (483): Das Hofkreuz in Löningen-Augustenfeld

Wie das Schützen-Motto in Eisen

Vor vier Jahren war für Maria und Willi Willoh klar: Sie hatten schon lange ein Hofkreuz auf ihrem landwirtschaftlichen Betrieb in Augustenfeld bei Löningen errichten wollen. Jetzt sollte aus dem Plan eine Tat werden.

 

Den endgültigen Anstoß gab damals der Tod der Mutter, berichtet der 58-Jährige Landwirt: "Sie war das letzte Mitglied unserer alten Generation." Auf dem Hof, der seit Jahrhunderten in Familienbesitz ist, bedeuten Begriffe wie Generation noch etwas, sagt er. Auch Begriffe wie "Generationen, die den Glauben weitergeben".

 

Willi Willoh sieht da auch seine Verbindung zum katholischen Schützentum: als Bezirksbundesmeister Hümmling-Friesoythe-Löningen im oldenburgischen Landesverband der Schützenbruderschaften ist er dort aktiv. In einem Verband, der sich Tradition und Glaube besonders verpflichtet fühlt.

 

Er denkt aber auch an seine Familie: an seine Schwester Anita, die an plötzlichem Kindstod gestorben bist, er denkt an seine vier Kinder, die sich noch in der Kirche einsetzen.

Tradition ist das Eine. Aber auch Gedanken an die Moderne treiben Willi Willoh um. Wird die Landwirtschaft im Oldenburger Münsterland eine Zukunft haben? Welche Rolle werden kleinere Voll-Erwerbsbetriebe noch spielen können neben politisch und verbandspolitisch gewollten Strukturen?

Willoh kennt solche Sorgen von seinen Dienstreisen. Als landwirtschaftlicher Sachverständiger bekommt er sie täglich zu hören.

 

Gerade solche täglichen Sorgen seien im Gebet immer gut aufgehoben, findet Willoh. Auch vor seinem Hofkreuz.

 

Gestaltet ist es von dem Eisenkünstler Josef Scheper. Der schmiedete einen stabilen Ring, gehalten vom Christus-Symbol "PX". Dahinter sind zwei kupferne Strahlen-Kreise montiert, als Zeichen der 20 Werktage im Monat und als Zeichen für Sonne und Auferstehung.

 

Für ihn sei das Schützenmotto "Für Glaube, Sitte, Heimat" kein leeres Wort, versichert Willi Willoh. "Das Leben Gottes zieht mit uns" – so steht es aus Eisen gebrannt auf dem Hofkreuz.

Damit sei das Leitwort der katholischen Schützenbruderschaften gut umschrieben. Unausgesprochen steht für Willi Willoh so das alte Schützenmotto an der Hofeinfahrt.