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Musikvermittler erklärt die Königin der Instrumente

Wie Friedhelm Bruns Kinder für die Orgel begeistert

Friedhelm Bruns lebt in Münster, studiert in Detmold und entwickelt ein Konzept, wie Kinder die Orgel besser verstehen. Gemeinden in Münster arbeiten mit ihm zusammen.

Friedhelm Bruns ist Theaterpädagoge und Kirchenmusiker. Er lebt in Münster und beendet in Kürze sein Studium als Musikvermittler in Detmold. Der 27-Jährige will alle drei Sparten verbinden und hat deswegen als Projekt für seine Masterarbeit ein Konzept für Orgelkonzerte entworfen, bei denen die Zuhörer gleich noch erklärt bekommen, wie eine Orgel funktioniert.

Der Clou: Bruns spielt nicht selbst, sondern arbeitet eng mit Organisten in Pfarrgemeinden zusammen, die ein Programm zusammenstellen, das für ihre Zielgruppe geeignet ist. In Verbindung mit Bruns Abschlussarbeit sind vorerst Grundschulkinder.

Orgelkunde demnächst auch für Jugendliche und Senioren?

Doch Bruns kann sich solche musikalischen Orgelführungen auch für Senioren oder Jugendliche vorstellen. Wenn das Programm steht, arbeitet er den Rahmen aus, in dem er dem Publikum erklärt, wie eine Orgel aufgebaut ist, wie Organisten die besonderen Klänge produzieren, die Groß und Klein am Instrument faszinieren und welche Spieltechniken es gibt. Nicht zuletzt möchte er auch die Kompositionen durchschaubarer machen. Er selbst schlüpft dabei in eine Rolle, in der er schauspielernd die Orgel als Königin der Instrumente erklärt.

Jedes Konzert wird auf diese Weise individuell, denn es ist perfekt auf den Raum, den jeweiligen Kirchenmusiker, das Publikum vor Ort, das Programm und nicht zuletzt auf die Orgel selbst abgestimmt. In seiner Masterarbeit wird Bruns zudem seine Kinder-Orgelkonzerte mit anderen Konzepten für die Musikvermittlung an Kinder vergleichen.

Die Königin der Instrumente in Szene gesetzt

Es gebe ja schon viele Konzerte für kleine Zuhörer, so Bruns. Doch die seien meist so aufgebaut, dass die Kinder einer Geschichte und der zugehörigen Musik nur passiv lauschen. Der Musikvermittler will Kinder aber interaktiv in das Konzert einbeziehen. So gestaltet er schon Konzerte, in denen er seine schauspielerischen Talente und seine Kenntnisse als Theaterpädagoge vereint. „Ich möchte nun das Format eines szenischen Kinderkonzerts in den Kirchenraum übertragen“, beschreibt er seine Idee.

Der aus Lindern bei Cloppenburg stammende junge Mann möchte aber nicht nur Kindern ein faszinierendes Instrument näherbringen, sondern auch der sakralen Musik in der katholischen Kirche zu einer größeren Akzeptanz verhelfen. In der evangelischen Kirche gebe es seit Jahren Programme für Musikvermittlung, sagt er.

Zusammenarbeit mit Kirchenmusikern in Münster

 

Bruns sieht auch ein großes Potenzial darin, durch seine Kinder-Orgelkonzerte die Zusammenarbeit zwischen Kirchengemeinden und Grundschulen zu fördern. „Wir können als Musikvermittler viel bewirken“, freut er sich. „Meine Motivation ist die Leidenschaft, mit Menschen zusammenzuarbeiten.“

Der Musikvermittler hat inzwischen im ganzen Bistum Kontakte zu Kirchenmusikern geknüpft und mit ihnen Konzerttermine vereinbart: in Münster etwa in den Pfarreien Heilig Kreuz, St. Nikolaus, St. Marien und St. Josef und in St. Liudger. Sobald er die von den Kirchenmusikern vor Ort ausgewählte Orgelliteratur kennt, ein Gespräch mit ihnen geführt und sich den Raum und die Orgel angesehen hat, arbeitet er den Ablauf aus. Dann entscheidet er, in welcher Rolle er auftritt, um die Kinder mit dem Instrument und der Musik, die dafür komponiert wurde, bekannt zu machen.

Orgelpfeifen zum Anfassen

Bei den Konzerten hat er Bauteile von Orgeln im Gepäck und kann den Mädchen und Jungen zum Beispiel Pfeifen in die Hand geben. Er verspricht: „Ich bringe einen ganzen Koffer voller Ideen mit.“ Und seine eigene Begeisterung.

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