Was tun gegen Termine und Hektik vor Weihnachten?

Wie man im Advent zur Ruhe kommen kann

Häufig kommen die Wochen vor Weihnachten mit geballten Terminen, Aufgaben und Projekten daher. Zeit zur Besinnung fehlt oft ganz. Wie können Menschen in dieser hektischen Zeit Ruhe finden, sich auf Gott besinnen? Ein paar Antworten.

Kerzen und Geschichten

Mit festen Ritualen die Adventszeit zu gestalten – das ist Maike und Gerriet Quandt mit ihrer knapp zweijährigen Tochter Thea ganz wichtig. Die Familie aus dem Meppener Ortsteil Hemsen im Emsland kennt das schon von den eigenen Eltern so. Überall im und am Haus brennen in diesen Wochen Kerzen. „Und vor dem Essen entzünden wir immer eine Tischkerze, die Thea dann hinterher wieder auspusten darf“, sagt Maike Quandt. Die 31-Jährige wird ihrer Tochter auf dem Sofa vorweihnachtliche Geschichten vorlesen. Und Thea öffnet jeden Morgen ein neues Türchen des selbstgebastelten Adventskalenders.

Auch die Backstunde zu Hause und bei den Omas ist schon geplant. Und die CD mit den Adventsliedern liegt ebenfalls parat. Besonders freut sich das Paar darauf, mit Thea zusammen das Fenster im Kinderzimmer weihnachtlich zu schmücken und zu bemalen, „denn Thea malt unheimlich gern“.Für die Hemsener Familie sind diese Adventswochen noch aus einem anderen Grund eine besondere Zeit: Nicht lange nach Weihnachten kommt ihr zweites Kind zur Welt.

Die Wohnung verändert sich

Ein Adventsgesteck und ein Weihnachtsbaum gehören für Monika Dellbrügge aus Osnabrück zur Advents- und Weihnachtszeit unbedingt dazu. Das Gesteck schmückt die 75-Jährige selbst – nur mit natürlichen Materialien, wie sie betont. Als Lichter nimmt sie mittlerweile allerdings Teelichter. „So habe ich die Sicherheit, dass nichts passieren kann.“

Mit Beginn der Adventszeit beginnt die Seniorin, ihre Wohnung nach und nach zu schmücken. Zuerst kommt immer der große Stern, der von innen leuchtet. So wie sich langsam ihre Wohnung verändert, kann sie sich auch innerlich immer mehr auf Weihnachten vorbereiten.

Das Laufen fällt der Seniorin zunehmend schwer. „Ich bin viel zu Hause. Da mache ich es mir gemütlich.“ Der Nachbar hilft ihr jedes Jahr, einen Weihnachtsbaum zu besorgen, den Monika Dellbrügge liebevoll schmückt. Denn Krippe und Baum, die müssen Weihnachen auf jeden Fall sein, betont sie: „Groß ist Pflicht.“

Kein Krippenspiel mehr

Manchmal muss man auch Traditionen kippen und Platz für Neues schaffen. Das erleben in diesem Jahr die Familien im St.-Franziskus-Kindergarten in Osnabrück. Seit mehr als 30 Jahren gab es hier für Kinder und Eltern im Advent eine große Krippenspiel-Aufführung. „Wir haben das immer mit viel Freude und Einsatz mit allen Kindern eingeübt, Lieder und Kos­tüme ausgesucht, das Stück in der Kirche aufgeführt und hinterher noch ein gemütliches Kaffeetrinken für alle organisiert“, erzählt Leiterin Kerstin Duhme. 

Aufgrund der hohen Arbeitsbelastung findet die Aktion ab diesem Jahr aber nicht mehr statt. „Wir wollen ganz bewusst wieder ein bisschen Ruhe im Advent einkehren lassen, uns auf das Wesentliche besinnen, die Gemütlichkeit wieder reinholen.“

Zeit für Besinnung

Seit über zehn Jahren ist es für Chris­ta-Maria Wüllner aus Neuenkirchen-Vörden  ein „festes, liebgewordenes Ritual“, die Adventszeit mit einem Besinnungswochenende im Klos­ter Nette bei Osnabrück zu beginnen. „Ich freue mich auf diese Zeit, in der ich Zeit finde, mir neu bewusst zu machen, was es bedeutet, dass Gott ankommen möchte in unserer Welt und in meinem ganz persönlichen Alltag“, sagt Wüllner.

Dabei sei ihr, neben dem Austausch mit anderen, die Ruhe an diesem Ort wichtig. „Gebetszeiten und Impulse helfen mir, mich neu auf die adventlichen Lesungstexte einzustellen. Die Zeit im Kloster Nette stärkt meine Mitte und regt mich an, in Ruhe und voll Freude auf Weihnachten zuzugehen."