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Regenbogenfahne nach Besuch von Mitinitiator Rainer Teuber verbrannt

Wie OutInChurch eine Bischöfliche Schule in Coesfeld durchrüttelt

  • Die Kampagne „OutInChurch“ ist bundesweit auf Resonanz gestoßen, auch am Pius-Gymnasium in Coesfeld.
  • Die Schule lud mit Rainer Teuber einen der Protagonisten mehrere Klassen ein.
  • Eine Regenbogenfahne wurde gehisst - und kurz darauf von Unbekannten zerstört. Sofort hängte Schulleiter Norbert Just eine neue auf.
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Die Kampagne „OutInChurch“, bei der sich 125 kirchliche Mitarbeitende als queer geoutet haben, ist bundesweit auf große Resonanz gestoßen. Auch am Bischöflichen Pius-Gymnasium in Coesfeld sind Schülerinnen und Schüler auf diese Initiative aufmerksam geworden. Die Schule griff dieses Interesse auf, zeigte die ARD-Dokumentation „Wie Gott uns schuf“ im Unterricht, lud mit Rainer Teuber aus Essen einen der Protagonisten in mehrere Klassen ein und hisste eine Regenbogenfahne.

Schulleiter Norbert Just hatte beim Hissen der Fahne eine klare Botschaft. Er will nach innen den Schülerinnen und Schülern und Lehrkräften demonstrierten, dass an seiner Schule grundsätzlich jede und jeder willkommen ist. Und  nach außen wirbt er für ein offenes Image. „Das ist ein wichtiges Symbol“, erklärt Just gegenüber „Kirche-und-Leben.de“.

Rainer Teuber begeistert von Coesfelder Schule

Daraufhin gab es sehr viele positive und einige wenige negative Rückmeldungen, die Just in seiner Position bestärken. Deshalb ließ er sich auch nicht unterkriegen, als die Regenbogenfahne nur einen Tag nach dem Hissen verbrannt auf dem Boden lag. Kurzerhand stellte er Strafanzeige bei der Polizei und hängte eine neue Regenbogenfahne auf. „Davon lassen wir uns nicht unterkriegen“, verbreitete das Pius-Gymnasium ein Statement bei Facebook und Instagram.

Und Rainer Teuber, Leiter der Museumspädagogik im Essener Domschatz, zeigte sich begeistert vom Engagement der Schule. Über einen persönlichen Kontakt ist der schwule Katholik nach Coesfeld gekommen, um mit mehr als 100 Schülerinnen und Schülern über „OutInChurch“ zu diskutieren. „Dort wehte ein toller Geist“, sagte Teuber gegenüber „Kirche-und-Leben.de“ Er sprach gar von einer Sternstunde gelebten Christentums, die sich dort ereignete.

Pius-Gymnasium will Offenheit zeigen

Die Thematik des Umgangs der katholischen Kirche mit queeren Gläubigen liege nun auf dem Tisch und ließe sich auch nicht mehr wegschieben. „Das Totschweigen ist vorbei.“ Jetzt müsse sich etwas ändern, zum Beispiel das kirchliche Arbeitsrecht. „Denn das geht auch ohne Rom“, so Teuber.

„Die Veröffentlichung von 'OutInChurch' war der Moment, um zu merken: Da ist etwas nicht in Ordnung“, so Schulleiter Norbert Just. Das sei auch bei den Schülerinnen und Schülern angekommen.

Er habe Fragen gestellt bekommen, ob offen queere Schülerinnen und Schüler überhaupt ihr Abitur ablegen dürften. Auch in der Lehrerschaft sei eine gewisse Unsicherheit aufgekommen. Was wird das Bistum Münster als Dienstgeber noch tolerieren oder was geht zu weit? Für Norbert Just persönlich ist die Sache klar: Er heißt jeden Menschen am Pius-Gymnasium willkommen. Aus diesem Grund hängt auch wieder eine Regenbogenfahne in Coesfeld, um diese Offenheit deutlich zu kommunizieren.

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