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Caritas-Projekt im Kreis Coesfeld unterstützt digitalen Wandel

Wie Schüler Senioren das Smartphone erklären

  • Schülerinnen und Schüler in Dülmen helfen Senioren beim Umgang mit Notebooks und Smartphones.
  • Das Angebot des Caritasverbands Coesfeld will den digitalen Wandel generationenübergreifend gestalten.
  • Kostenlose Technik-Beratung und Ausleihe von Geräten stößt auf Interesse.
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Geduldig warten einige Senioren im Mehrgenerationenhaus „einsA“ in Dülmen auf die Schülerinnen und Schüler der Marien-Realschule, die sich in den Räumen zu einer Beratungsstunde aufteilen. Die Realschüler der 8. Klasse führen die Rat suchenden Senioren durch die digitale Welt.

Der zwölfjährige Jakob nimmt sich gleich Zeit und erklärt einer älteren Frau, die mit einem Notebook gekommen ist, wie sie ein Word-Dokument erstellen kann, wie es gespeichert und wie dieses als Anhang einer E-Mail verschickt werden kann.

 

Von Apps und Updates

 

Im Nebenraum hat die gleichaltrige Kathy das Smartphone einer Seniorin im Blick, die eine App herunterladen möchte und wissen will, was es mit einem Update auf sich hat. Die Schülerin kann helfen und zeigt die verschiedenen Funktionen des Smartphones.

„Frag TEA – Technik. Einfach. Anwenden“ heißt das Projekt, zu dem sich Schülerinnen und Schüler der Marien-Realschule freiwillig gemeldet haben. Alle zwei Wochen beraten sie in den Nachmittagsstunden vor allem ältere Menschen. Geschult werden die Jugendlichen zwischen den Beratungsterminen im Umgang mit Technik und im Umgang mit Menschen einer anderen Generation.

 

Kommunikationswege ändern sich

 

Andreas Bienen.
Andreas Bienen vom Caritasverband im Kreis Coesfeld leitet das Projekt „TEA – Technik. Einfach. Anwenden“ in Dülmen. | Foto: Johannes Bernard

„Die Nachfrage nach Hilfe und Beratung ist groß. Die Digitalisierung ist nicht mehr wegzudenken. Sie hat die Art und Weise unserer Kommunikation verändert und wird uns auch in Zukunft begleiten“, sagt Andreas Bienen. Der 39 Jahre alte Wirtschaftsinformatiker leitet das Projekt „Frag TEA“ des Caritasverbands für den Kreis Coesfeld.

Entstanden ist das Projekt aus der Erfahrung, dass die Digitalisierung generationenübergreifend gestaltet werden muss. „Im Lockdown war das Smartphone oder das Tablet die einzige Möglichkeit, um die Familie, die Enkel oder Bekannte zu sehen beziehungsweise mit ihnen zu kommunizieren. Für diejenigen, die bis dahin keine oder nur wenig Erfahrung im Umgang mit den digitalen Medien hatten, war die Herausforderung besonders groß“, sagt Bienen.

 

Bücherei leiht Tablets und Notebook aus

 

Diesen Bedarf hat der Caritasverband bereits früh erkannt und initiierte das Projekt „Frag TEA“, das von der Stiftung Wohlfahrtspflege Nordrhein-Westfalen gefördert wird. Neben der kostenlosen Beratung bei der Anwendung eines Smartphones, Tablets oder Notebooks bietet das Projekt in Zusammenarbeit mit der Katholischen Öffentlichen Bücherei St. Viktor in Dülmen zusätzlich eine kostenlose Ausleihe von Tablets und einem Notebook an.

„Interessierte können sich in der Bücherei ein Gerät ausleihen und anschließend Fragen in einer Techniksprechstunde an mich stellen“, sagt Bienen. Wer heutzutage bis ins hohe Alter über Digitalkompetenz verfüge, fördere ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben.

 

Austausch zwischen den Generationen

 

Besonders wichtig ist dem Projektleiter aber der Gedanke des Austauschs zwischen den Generationen. „So fördern wir das Lernen voneinander und können den digitalen Wandel vor Ort gemeinsam gestalten“, sagt Bienen, der für Rückfragen per Mail unter bienen(at)caritas-coesfeld.de erreichbar ist.

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